Romane

Die absolute Lach- und Glücksgarantie

Der 52-jährige Valdemar ist fest davon überzeugt, dass ohne ihn in der Firma gar nichts laufen würde. Sein Leben dreht sich ausschließlich um seinen Direktorensessel und ist von Termindruck und lästigem Telefonklingeln bestimmt. Ein Privatleben kennt er seit einer halben Ewigkeit nicht. Zuhause wartet niemand mehr auf ihn. Das war mal anders: Vor zwölf Jahren verlor Valdemar seine Frau und seine beiden Töchter durch einen Unfall. Daraufhin flüchtete er sich in die Arbeit, um den Schmerz halbwegs zu bewältigen. Täglich fährt der grummelige Geschäftsmann mit dem Fahrrad ins Büro. Dann aber, eines frühen Morgens, kreuzt die Flugbahn einer Taube Valdemars Weg. Kurz darauf findet er sich auf der Motorhaube eines "elektrischen Reiskochers" wieder. Ist das das Ende?

Als Valdemar wieder zu sich kommt, befindet er sich im Krankenhaus. Seine Schulter ist verletzt und muss operiert werden. Anfangs will Valdemar lieber gestern als morgen sein Krankenbett wieder verlassen. Aber da sind die netten Krankenschwestern und eine weiße Taube namens Palomma. Sie erobert Valdemars Herz im Sturm. Zu seinem eigenen Erstaunen genießt der Eigenbrötler seinen unfreiwilligen Hospital-Aufenthalt. Endlich hat er mal wieder Zeit und begegnet Menschen, die sich um ihn kümmern - ohne Geld zu verlangen. Valdemar ist in seinem ganz persönlichen Paradies angekommen. Und das will er auf keinen Fall verlassen. Dummerweise rückt der Entlassungstermin immer näher. Patient Valdemar droht der Rausschmiss. Es sei denn, ihm fällt etwas Geniales ein.

Valdemar ist tatsächlich höchst einfallsreich. Seinen "Lieferanten" zum Beispiel beauftragt er, seinen Arm zu brechen. Der jedoch weigert sich. Also muss Valdemar selbst zur Tat schreiten: Er fällt absichtlich auf seine frisch operierte Schulter, wirft die falschen Tabletten ein und verirrt sich "versehentlich" auf dem Weg zur nächsten OP. Als er auf seinen Streifzügen durch das Krankenhaus entdeckt, dass der Hausmeister ein Geheimnis hütet, ist sein kriminalistischer Spürsinn geweckt. Ob das gut gehen wird ...?!

Die Romane von Roger Pihl - die reinste Wundertüte randgefüllt mit skurrilem Humor, liebenswerten Charakteren und so manch schräger Überraschung. Diese bewegen Herz und Zwerchfell über alle Maßen. "Der Mann, der vom Fahrrad fiel und im Paradies erwachte" ist herrlich witzig und so verrückt, dass es einen während der Lektüre nicht auf der Couch hält. Hier flippt man schier aus vor lauter Lesebegeisterung. Der norwegische Autor sorgt für Lesespaß der amüsantesten Sorte. Von seinen Geschichten bekommt man nach nur wenigen Sätzen richtig gute Laune. Eine Laus auf der Leber? Die hat hier ebenso wenig eine Chance wie Langeweile. Zwischen zwei Buchdeckeln steckt Literatur à la Jonas Jonasson oder Mikael Bergstrand. Lachmuskelkater vom Dauerschmunzeln garantiert!

Dank Roger Pihls Büchern sieht die Welt nicht mehr ganz so grau aus. Denn diese bedeuten das schönste Leseglück der Welt. Ab der ersten Seite von "Der Mann, der vom Fahrrad fiel und im Paradies erwachte" ist einem ganz schwindelig. Die Story ist wie eine Streicheleinheit für Herz und Seele.

Susann Fleischer
02.10.2017

 
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Das Buch:

Roger Pihl:
Der Mann, der vom Fahrrad fiel und im Paradies erwachte. Aus dem Norwegischen von Daniela Stilzebach

Bild: Buchcover Roger Pihl, Der Mann, der vom Fahrrad fiel und im Paradies erwachte

München: Limes Verlag 2017
416 S., € 14,99
ISBN: 978-3-8090-2668-6

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