Krimis & Thriller

Commissario Tron kann es nicht lassen

Venedig im Februar des Jahres 1865: Der Engländer Dr. Flyte entdeckt in der Bibliothek von San Marco ein altes Tagebuch, das noch aus der Zeit des vierten Kreuzzuges um 1204 stammt. Der Schreiber dieses Schriftstückes: ein gewisser Zanetto Tron, der in seinen jungen Jahren die italienische Heimat verließ, um später mit einem reichgefüllten Schatz und als gemachter Mann in die Lagunenstadt zurückzukehren. Dabei hat er eine große Schuld auf sich geladen, denn statt Ungläubige zum wahren Glauben zu bekehren, haben sich die Kreuzritter aufgemacht, die christliche Stadt Byzanz zu plündern - eine ernste Angelegenheit, die dem Vatikan zum Verhängnis werden könnte. Doch dies ist nicht die einzige Sensation, die für allerlei Aufruhr sorgt.

Offenbar hat Zanetto Tron ein wertvolles Artefakt an sich genommen und an einem sicheren Ort versteckt. Sowohl die Wiener Hofburg als auch der Papst höchstselbst zeigen Interesse an diesem geheimnisvollen Gegenstand, der ein Stück (christlicher) Geschichte in sich zu tragen scheint. Ein Sondergesandter wird mit einem brisanten Auftrag in die nordostitalienische Hafenstadt geschickt. Er soll das Tagebuch an sich bringen und Kaiser Franz Joseph I. den Schatz persönlich übergeben. Nur einer kann ihn noch aufhalten: Commissario Tron, Zanettos Nachfahre und Venezianer mit Leib und Seele.

Eigentlich erfreut sich dieser mit seiner Principessa eines ruhigen Lebens, aber mit einem Mal ist es damit vorbei. Ein Mord fordert Trons sämtliche Fähigkeiten als Venedigs bester Ermittler, der keinerlei Gefahren scheut. Dies darf er auch nicht, denn auf einem mysteriösen Mord folgt ein zweiter und ein dritter. Tron ahnt, dass die Lösung dieses Rätsels sich zwischen den Seiten des Tagebuches befindet. Die Hinweise verdichten sich, dass in einer einsamen Jagdhütte dieser einst wohlhabenden Familie der begehrte Schlüssel zu finden ist. Doch dort wartet auf den Commissario gleichfalls eine böse Überraschung, die ihm das Leben kosten könnte ...

Nicolas Remins Krimi "Die letzte Lagune" trifft den Leser mit der (sprachlichen) Wucht eines Mystery-Thrillers von "Altmeister" Dan Brown und ist dabei höchst unterhaltsam. Gekonnt verwebt der deutsche Autor in seinem inzwischen sechsten Roman zwei Zeitebenen miteinander und verspricht dabei anregende Lesestunden, die einem zuweilen den Atem rauben. Remin versteht es auf äußerst gekonnte Weise, Spannung, Gefühl und Historie zu einer grandiosen Geschichte zu vermischen und dabei zuweilen für Gänsehaut zu sorgen. Überraschende Wendungen und eine abwechslungsreiche Handlung tun ihr übriges, um aus knapp 370 Buchseiten einen überragenden Roman mit einem ordentlichen Hauch an Nervenkitzel zu machen.

Susann Fleischer
21.02.2011

 
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Das Buch:

Nicolas Remin: Die letzte Lagune. Commissario Trons sechster Fall

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Reinbek: Kindler Verlag 2011
368 S., 19,95
ISBN: 978-3-463-40530-8

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