Krimis & Thriller

Familiendrama und Psychothriller in Einem

"Es geht um Ursachen und Abgründe. Welche Motive es sind, die Menschen so und nicht anders handeln lassen.", so beschreibt Sabine Kornbichler die Inhalte ihrer Erfolgsromane. Was simpel klingen mag, hat sich für die deutsche Autorin als wahres Erfolgsrezept erwiesen. Begonnen hat ihre Karriere mit "Klaras Haus", ihrem ersten Roman, der sich sogleich zum Bestseller entwickelte. In jüngster Zeit hat Kornbichler mit "Der gestohlene Engel" und "Das Richterspiel" für erfreuliche Verkaufszahlen bei ihrem Verlag gesorgt. Mittlerweile hat sie mit ihren psychologischen Spannungsromanen eine deutsche Gesamtauflage von einer Million erreicht - jedoch kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen: Sabine Kornbichler hat mit ihrem Neuling "Die Todesbotschaft" wieder ordentlich nachgelegt.

Als die Berliner Malerin Finja Benthien erfährt, dass der Bruder ihres Schwagers und dessen Mutter bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind, lässt sie alles stehen und liegen und reist zur Beerdigung an den Tegernsee, den Ort ihrer Kindheit. Was zunächst wie ein tödlicher Unfall aussieht, erscheint schon bald in einem anderen Licht, nämlich als auch noch eine Jugendfreundin Finjas und ihre eigene Schwester tot aufgefunden werden; allesamt Unfälle, die den Vätern bzw. Ehemännern der Toten vorher per Todesbotschaft angekündigt wurden.

Finja glaubt nicht länger daran, dass der Zufall all diesen geliebten Menschen aus ihrem Familien- und Freundeskreis innerhalb kürzester Zeit den Tod gebracht haben soll, und begibt sich zusammen mit ihrem Schwager Adrian auf Spurensuche. Die Hinweise führen sie in die renommierte Wirtschaftdetektei, die ihr Vater zusammen mit drei Freunden betreibt. Je mehr sie über die Morde und die potentiellen Täter erfährt, desto näher kommt sie auch einem schrecklichen Familiengeheimnis. Finja muss erkennen, dass ihr über alles geliebter Vater nicht immer der treu sorgende Familienvater und ehrenwerte Geschäftsmann ist, für den sie ihn immer gehalten hat.

Das Besondere an Kornbichlers Romanen ist, dass sie es schafft, ohne viel Blutvergießen, schaurig-perfide Serienkiller oder grausame Massenmorde einen packenden Thriller zu schreiben, der gerade wegen seiner so normal erscheinenden Charaktere, die tagtäglich unter uns weilen, unter die Haut geht. Einen wesentlichen Beitrag zur Spannungskurve leisten die von Kornbichler - mit Ausnahme von Finja und Adrian - durchweg recht undurchsichtig gezeichneten Charaktere, die für den Leser das Rätsel "Wer ist gut, wer ist böse?" recht lange offen lassen. 

Sabine Mahnel
08.11.2010

 
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Das Buch:

Sabine Kornbichler: Die Todesbotschaft

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Mnchen: Knaur Verlag 2010
431 S., 16,99
ISBN: 978-3-426-65226-8

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