Krimis & Thriller

Das neue Meisterstck von Louise Welsh

Im Krimi-Genre ist der Name Louise Welsh l?ngst keine unbekannte Gr??e mehr. Mit ihrem Deb?troman "Dunkelkammer" r?umte die britische Schriftstellerin unter anderem den renommierten "Dagger Award" ab. Es folgten Auszeichnungen wie der internationale Buchpreis "Corine", der "Glenfiddich Spirit of Scotland Award" und 2006 das Jahresstipendium der Villa Concordia in Bamberg. Nachdem 2005 und 2006 die Romane "Tamburlaine muss sterben" und "Der Kugeltrick" folgten, hat man l?nger nichts mehr von Welsh geh?rt - bis dieses Jahr mit "Das Alphabet der Knochen" endlich ihr viertes Buch erschien, das seinen Vorg?ngern an epischer Kraft in nichts nachsteht. 

Als sich Murray Watson, Literaturwissenschaftler an der Universit?t Glasgow, auf Spurensuche nach dem Leben von Archie Lunan macht, hat er nicht damit gerechnet, dass er sich schon bald in ein Dickicht aus Geheimnissen, L?gen, Sex und Tod wiederfindet. Dabei beginnt alles so harmlos, als Watson beschlie?t, eine Biografie ?ber den au?ergew?hnlichen Dichter zu schreiben. Doch alles, was sich in Lunans Nachlass findet, ist ein schmales B?chlein und ein Pappkartons voller Papiere. Denkbar wenig Material f?r Watson, um die mysteri?sen Umst?nde zu Lunans Tod aufzudecken. Doch dann bekommt der Dozent f?r Englische Literatur Hilfe, als er die Bekanntschaft eines alten Freundes macht. Er kannte Lunan besser, als es ein Buch zu vermitteln vermag. Und er offenbart Watson das wahre Wesen des geheimnisvollen Dichters. 

Statt sich der Lyrik mit Leib und Seele zu verschreiben und ein Leben der Sittsamkeit zu f?hren, verf?llt Lunan in den 70er Jahren der Hippie-Bewegung, die der freien Liebe fr?nte und auch Drogen nicht abgeneigt war. St?ck f?r St?ck setzt sich Watson das Bild eines Dichters zusammen, der aufgrund seines Talentes den Unmut seiner Freunde auf sich zog und von allen Seiten Eifers?chteleien bef?rchten musste. Und doch bleibt selbst nach intensivsten Gespr?chen und Nachforschungen ein Nebelschleier ?ber Lunans Leben, den Watson nur wegziehen kann, wenn er nach Lismore f?hrt ? an jenen Ort, wo Lunan einst mit seiner Freundin lebte. Dass sich der Literaturwissenschaftler allerdings in gro?e Gefahr begibt, w?re ihm nie in den Sinn bekommen - denn Lunans Leben ist eines voller Geheimnisse und L?gen. 

Louise Welsh ist auch acht Jahre nach ihrem Deb?t "Dunkelkammer" ein Garant f?r spannende Krimis, die beim Leser G?nsehautfeeling hervorrufen und sie in einen Strudel aus D?sternis und Mythos hineinziehen. Der beste Beweis f?r diese dunkle Kunst, aus einer Handlung einen atemlosen Krimi zu machen, ist ihr neuester Roman "Das Alphabet der Knochen". Wie kaum jemand anderes beherrscht es Welsh aufs Herausragendste, den Nervenkitzel von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht zu halten und dabei mit leisen T?nen zu ?berzeugen. Dies ist eines der vielen Gr?nde, weshalb niemand an diesem Buch vorbeikommt, der sich Abende ohne einen guten Krimi nicht vorstellen kann. 

Susann Fleischer 
26.07.2010

 
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Das Buch:

Louise Welsh: Das Alphabet der Knochen. Aus dem Englischen von Wolfgang Mller

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Mnchen: Antje Kunstmann Verlag 2010
432 S., 22,00
ISBN: 978-3-88897-676-6

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