Krimis & Thriller

Tdliches Vereinsleben

Jeff Poveys namenloser Protagonist ist ein unbescholtener Packer, der auf einer Werft seinem unspektakul?ren Tagwerk nachgeht - bis man ihm in einer schicksalstr?chtigen Nacht ans Leben will. Aus dem Dunkel st?rzt sich ein Mann mit einem Messer auf ihn und versucht ihn zu t?ten. Am Ende hat der Angreifer jedoch selbst die Waffe zwischen den Rippen und unser zweifelhafter Held findet eine Kontaktanzeige in dessen Brieftasche, die den verhinderten M?rder in eine elit?re Vereinigung nach Chicago einl?dt, den "Club der Serienkiller".

So schl?pft der Packer unversehens in die Rolle des Toten, macht sich auf den Weg in die "Windy City", tritt dieser seltsamen Vereinigung von Serient?tern bei, die sich der Anonymit?t wegen nach ber?hmten Pers?nlichkeiten benennen, und bringt es dort sogar zum Gesch?ftsf?hrer. In dem Club trifft er unter dem Pseudonym Douglas Fairbanks Jr. auf "ganz normale" Menschen, die von ihren Taten wie von belanglosen Freizeitbesch?ftigungen erz?hlen. Hier sitzt der Police-Detective neben dem etwas durchgedrehten Strafverteidiger, dem seine imagin?re Mutter nicht von der Seite weicht, und der harmlosen Bibliotheksaushilfe und man tauscht sich in entspannter Atmosph?re bisweilen wie eine Bande pubertierender Teenager ?ber das Morden aus.

Doch dann macht unser "Dougie" die Bekanntschaft mit dem FBI-Agenten Kennet Wade, der seit Ewigkeiten hinter dem eigentlichen Serienkiller her ist, dessen Namen sich der Protagonist angeeignet hat. Und dieser Killer t?tet zu Dougies ?berraschung ganz besondere Menschen - Mitglieder des Clubs! Deshalb hat Wade bisher auch alles daran gesetzt, diesem gen?gend Zeit zu verschaffen, m?glichst alle Vereinsmitglieder zu t?ten. Und so schl?gt der aufdringliche Mann vom FBI dem Serienkiller wider Willen einen Deal vor, der ihm Straffreiheit garantiert, wenn er die Liste der im Club versammelten M?rder binnen zwei Monaten abarbeitet. Douglas bleibt nichts anderes ?brig als zuzustimmen und somit hat er von nun an den Agenten, der sich bei ihm einnistet, als unliebsamen Mitbewohner, Beschatter und eine Art nervige Mutter an der Backe.

Dougie f?hlt sich im Club zwar pudelwohl, bekommt aber bald zu sp?ren, dass er ?berhaupt kein Talent zum Morden hat. So geht bei seinen Anschl?gen auf die Serienkiller fast immer etwas schief, was ihn dann in prek?re Situationen bringt, und ohne die Hilfe des FBI-Ermittlers w?rde er auf vollkommen verlorenem Posten stehen. Doch dank dessen tatkr?ftiger Unterst?tzung dezimiert sich die Zahl der Vereinsmitglieder stetig und langsam aber sicher kommt Unruhe im Club auf. Vor allem als sich der ber?hmt ber?chtigte "Kentucky Killer", der bereits an die 300 Opfer auf dem Gewissen hat, f?r diese skurrile Vereinigung und deren Mitglieder zu interessieren beginnt - und zwar nicht nur im Sinne eines Beitritts. Dieser K?nig der M?rder soll Dougies Killerkarriere und Wades FBI-Laufbahn kr?nen. Doch irgendwie dr?ngt sich der Verdacht auf, dass der FBI-Agent und der Kentucky Killer ziemlich viele Gemeinsamkeiten haben. Zu viele f?r einen Zufall?

"Der Club der Serienkiller" besticht vor allem durch Jeff Poveys herrlich schwarzen Humor. Die Treffen der Psychopathen um den naiven Protagonisten haben etwas von schrulliger Therapiesitzung und kindischem Kaffeekr?nzchen, wobei jede Figur eine ganz eigene Macke hat, wie dies bei den meisten Serienkillern der landl?ufigen Meinung nach wohl der Fall sein d?rfte. Echte H?hepunkte sind jedoch die spektakul?ren Mordanschl?ge Dougies auf seine Vereinsbr?der und -schwestern, die ihn regelm??ig selbst in Lebensgefahr bringen. Schlicht und ergreifend zum Totlachen!

Christian G?tz
05.07.2010

 
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Das Buch:

Jeff Povey: Der Club der Serienkiller. Aus dem Amerikanischen von Frank Dabrock

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Mnchen: Wilhelm Heyne Verlag 2010
384 S., 8,95
ISBN: 978-3-453-43459-2

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