Krimis & Thriller

Ein neuer Fall fr Aushilfssheriff Whiskey Mattimoe

Es ist erst wenige Wochen her, dass in Nina Wrights Romandebüt "Ein Ganove auf vier Pfoten" die Mittdreißigerin Whiskey Mattimoe einen Mordfall aufklärte und selbst nur knapp dem Tod entkam. Inzwischen hat das neue Jahr angefangen, Whiskeys Stieftochter Avery hat einen Jungen und ein Mädchen zur Welt gebracht und die Afghanenhündin Abra, die ihrem Frauchen bereits im ersten Teil das Leben schwer machte, ist mehrfache Mama geworden. Es ist also ein denkbar schlechter Zeitpunkt für einen Mord im beschaulichen Magnet Springs, das mit seiner Lage am Lake Michigan eine beliebte Touristenstadt ist.

Auf die taffe Whiskey wartet im Maklerbüro eine Überraschung aus der Vergangenheit: Roy Vickers - der wegen eines Mordanschlages auf Leo, Whiskeys an einem Herzinfarkt verstorbenen Mann, für lange Zeit im Gefängnis gesessen hat - braucht dringend einen Job, um sein Leben wieder in geregelte Bahnen zu leiten. Außerdem gibt er sich die Schuld an Leos Tod und möchte Buße tun. Whiskey lässt sich auch überzeugen und stellt ihn tatsächlich ein. Doch die Freude währt nicht lange, als auf einmal Whiskeys achtjähriger Nachbarsjunge Chester, auf den sie während der Welttournee seiner Mutter aufpassen sollte, spurlos verschwindet und eine ominöse Nachricht hinterlässt, dass er sich auf eine geheime Mission begeben hat. An dieser Stelle offenbart sich dem Leser, dass Whiskey mit Kindern eigentlich nichts anfangen kann - geht sie doch wenige Tage später auf das Jamboree, ein jährlich stattfindendes Fest im Ort.

Auf dem Fest kommt es dann zum eigentlichen Kern der Handlung, als Whiskey die Leiche ihres erbitterten Konkurrenten in der Immobilienmakler-Branche, Gil Gruen, auf dem zugefrorenen See findet. Und so beginnt für Whiskey das neue Jahr, wie das alte endete: mit der Suche nach einem Mörder! Whiskey macht sich, zusammen mit Abra, Jeb, einigen von ihren Freunden und einem äußerst zuvorkommenden Hubschrauberpiloten, an die Aufklärung dieses rätselhaften Mordes. Dabei begegnet ihr unter anderem Chesters angebliche Großmutter - obwohl doch seine Mutter eigentlich ein Waisenkind ist. Und schnell fragt man sich, was es mit der reichen Mrs. Gribble auf sich hat, die ein Haus in Magnet Springs sucht und als letzte mit Chester gesehen wurde? Whiskey begibt sich auf die Suche und entdeckt dabei erstaunliche Parallelen zu Chesters Verschwinden.

Da macht es die Sache auch nicht einfacher, dass Whiskeys Gefühls- und Liebeswelt erneut auf eine harte Probe gestellt wird, als ihr Ex-Mann Jeb und der durchaus attraktive Nash Grant auftauchen. Schließlich würde Jeb nicht "Nein" sagen zu einem Stelldichein und zwischen Nash und Whiskey sprühen nur so die Funken. Da verwundert es nicht, dass Whiskeys Hormone Achterbahn fahren.

Nina Wrights Folgeroman "Whiskey auf Eis" steht seinem Vorgänger in nichts nach. Hauptsächlich wird er durch die smarte Protagonistin zu einem spritzigen, kurzweiligen, amüsanten und doch recht raffinierten Krimi, der allerdings nicht vergleichbar ist mit "typischen" Krimis, die hauptsächlich auf spannende Momente aufbauen, sodass der Leser kaum zur Ruhe kommt. Der Roman passt sich eher einer weiblichen Leserschaft an, indem er die Protagonistin ausführlich vorstellt und mit leichten, gar lustigen Momenten aufwartet.

Die Afghanenhündin Abra steht ihrem Frauchen als Detektivin (und Aushilfssheriff) in nichts nach. Ihre schlechte Angewohnheit, Handtaschen zu klauen, ist nicht immer zu ihrem Nachteil, sondern unterstützt Whiskey und Polizeichefin Jenx bei der Aufklärung des Mordes. Die komplexe und verzwickte Handlung führt dazu, dass sich dem Leser tatsächlich erst am Schluss alles offenbart und man somit bis zuletzt das Buch nicht aus der Hand legen kann. Zumal es noch einige überraschende Wendungen gibt, die sich dem Leser erst recht spät offenbaren.

Alle einzelnen Figuren, vom Menschen bis zum Tier, machen diesen Roman zu etwas ganz Besonderem, sodass das Lesen einfach nur Spaß macht. Da kann man nur hoffen, dass der Nachfolger nicht lange auf sich warten lässt.

Susann Fleischer
25.05.2009

 
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Das Buch:

Nina Wright: Whiskey auf Eis. Aus dem Amerikanischen von Elfriede Peschel

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Mnchen: Blanvalet Verlag 2009
320 S., 7,95
ISBN: 978-3-442-37238-6

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