Krimis & Thriller
Der beste Gute-Laune-Garant im (Krimi-)Bücherregal
Es ist ein früher Winternachmittag, als Brauereibesitzer Vitus Zander zu Kommissar Clemens Wallner aufs Miesbacher Polizeirevier kommt und seine Frau als vermisst meldet. Polizeihauptmeister Kreuthner ist es zu verdanken, dass Isabell Zander nur wenige Stunden später gefunden wird. Offenbar wollte sie Selbstmord begehen. Jedermann weiß, dass diese Ehe alles andere als glücklich ist. Umso überraschender für Wallner und seine Kollegen, dass Isabell plötzlich wieder die liebende Gattin am Herd spielt und sich um die Belange ihres Mannes sorgt. Bis der einen Monat später tot auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofs gefunden wird. Dabei sprach alles dafür, dass der 17. März zwar mit Muskelkater für Kreuthner, allerdings nicht mit einer Mordermittlung für Wallner endet. Pustekuchen; dummerweise!
Nachdem Kreuthner einen peinlichen Vorfall mit dem neuen Polizeipräsidenten verursacht hat, wird er dazu verdonnert, den jährlichen Kindernachmittag der Miesbacher Polizei zu leiten. Dort erklärt er Kindern typische Polizeisituationen. So auch, was passiert, wenn die Polizei zu einer Schlägerei gerufen wird. Zwei entsprechend dekorierte Schaufensterpuppen stellen die Raufbolde dar. Allerdings findet eines der Kinder noch ein weiteres Opfer. Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei aber nicht um eine Schaufensterpuppe - sondern um das Opfer eines Mordes. Auf dem Bauch des Toten hat der Täter eine Zeichnung hinterlassen, mit der vor einigen Jahren ein Serienkiller mit dem Spitznamen "Der Harpunier" seine Opfer markiert hatte. Eine ungelöste Mordserie, die abrupt endete. Ist der Harpunier zurück?
Crime-Time, die alles andere als langweilig ist - gleich ab dem ersten Satz von Andreas Föhrs Büchern hat eine Laus auf der Leber nicht einmal den Hauch einer Chance. "Bodenfrost" ist der Garant für richtig gute Laune; selbst noch Tage nach der Lektüre. Herrlich, sogar herrlichst, was man mit dem zwölften Fall für Wallner und Kollegen in die Hände bekommt. Eben Ermittlungsarbeit vom Feinsten, gewürzt mit jeder Menge Wortwitz, Bayerncharme und Lokalkolorit. Grandioser geht's definitiv nicht! Clemens Wallner ist ein unschlagbar-genialer Ermittler und auch einer zum Knutschen. Bei seinen Fällen kriegt man sich gar nicht mehr ein vor lauter Lesefreude und -begeisterung. Die kennt auch bei dem vorliegenden keinerlei Grenzen. Weil mindestens so unterhaltsam und auch hammergeil wie eine ARD- oder ZDF-Vorabendkrimiserie!
Die Romane eines Andreas Föhr sind das Paradebeispiel amüsant-spannender Krimiliteratur vom ersten bis zum letzten Satz. Diese zu lesen, bereitet Vergnügen über viele, viele Stunden lang. Kaum "Bodenfrost" aufgeschlagen, beschleunigt sich der Puls und man hat ein breites Grinsen auf den Lippen. Leserherz, was willst du mehr? Abgesehen natürlich von noch ganz vielen Fortsetzungen!
Susann Fleischer
20.10.2025
