Krimis & Thriller

Krimiliteratur, die so herrlich ist wie die Bücher von Agatha Christie

Nach den turbulenten Ereignissen im Mädcheninternat in Kanada kehrt Flavia de Luce endlich heim nach Buckshaw, doch leider hat Dogger, Mann für alles auf dem Anwesen und Flavias engster Vertrauter, traurige Neuigkeiten. Ihr Vater liegt mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Ihre beiden älteren Schwestern Ophelia und Daphne derweil haben mal wieder das Kriegsbeil ausgegraben und sind alles andere als einfühlsam. Um der grauen Stimmung zu entkommen, schwingt Flavia sich auf ihr treues Fahrrad Gladys und stattet der Pfarrersfrau Cynthia einen Besuch ab. Diese bittet sie, dem abgeschieden lebenden Holzbildhauer Mr. Sambridge eine Nachricht zu übermitteln. Als niemand die Tür öffnet, betritt Flavia das Haus und staunt nicht schlecht: Mr. Sambridge hängt kopfüber an der Schlafzimmertür.

Die Stimmung der jungen Hobbydetektivin hebt sich augenblicklich. Eine "Hausdurchsuchung" bringt mehr Fragen als Antworten mit sich: Was hat es mit den Stapeln von Kinderbüchern des berühmten Autors Oliver Inchbald im Zuhause des überzeugten Junggesellen auf sich? Flavia ist ganz in ihrem Element. Der Polizei in ihrer Arbeit immer einen Schritt voraus führen die Indizien Flavia schließlich bis nach London. Dort stößt das Mädchen auf weitere rätselhafte Begebenheiten und ein sorgsam gehütetes Geheimnis: Der tote Mr. Sambridge war in Wirklichkeit Oliver Inchbald. Sein Tod auf einer abgelegenen Insel war nur vorgetäuscht. Er hat sich unter falschem Namen in der Nähe von Bishop´s Lacey niedergelassen. Schon bald wird Flavia klar: Hier ist nichts, wie es auf dem ersten Blick scheint ...

Ein Lesehit voller feinstem britischem Humor und genialer Ermittlungsarbeit - wenn es jemand mit Miss Marple aufnehmen kann, dann einzig und allein Flavia de Luce. Bereits sieben Todesfälle hat die Zwölfjährige erfolgreich gelöst, aber der achte ("Mord ist nicht das letzte Wort") bringt sie an ihre Grenzen. Autor Alan Bradley gelingt erneut ein ganz großer Wurf in der Kriminalliteratur. Seine Bücher machen Schluss mit Langeweile. Besser kann man seine Nachmittage und Abende kaum verbringen als mit Flavia de Luce. Stundenlang kommt man hier aus dem Lachen nicht mehr heraus. Und vor lauter Spannung knabbert man an den Fingernägeln. Der kanadische Schriftsteller hat bereits mit Band eins, "Mord im Gurkenbeet", Krimikult geschaffen. Von seinen Werken bekommt man partout nicht genug.

Die Romane von Alan Bradley sind allesamt und sonders ein Mordsspaß. Selbst Agatha Christie wäre von diesen hellauf begeistert. Wenn Flavia de Luce ermittelt, hält es einfach niemanden auf der Couch, so auch nicht während der Lektüre von "Mord ist nicht das letzte Wort". Bei so viel spannender und zugleich amüsanter Unterhaltung wie hier kriegt man sich nur äußerst schwer wieder ein.

Susann Fleischer
15.05.2017

 
Diese Rezension bookmarken:

Das Buch:

Alan Bradley:
Mord ist nicht das letzte Wort. Aus dem Englischen von Gerald Jung

Bild: Buchcover Alan Bradley, Mord ist nicht das letzte Wor

München: Penhaligon Verlag 2017
352 S., € 19,99
ISBN: 978-3-7645-3113-3

Diesen Titel

Logo von Amazon.de: Diesen Titel können Sie über diesen Link bei Amazon bestellen.