Kinder- & Jugendliteratur

Ein 1a-Leseabenteuer voller Spannung und Magie

Kein Strom! Kein fließendes Wasser! Leo und seine Cousine Imke, beide zehn Jahre alt, verbringen die Ferien im Haus ihrer verstorbenen Tante. Die Begeisterung hält sich bei ihnen stark in Grenzen - zumindest am Anfang. Kaum sind ein paar Tage vergangen, stecken die beiden schon mitten drin in einem aufregenden Abenteuer. Ein Schatten schleicht durchs Haus, und merkwürdige Dinge geschehen. Spukt es etwa? Eigentlich glaubt Leo nicht an Geister und all das andere Zeug, aber er ahnt, dass im Blaubeerhaus etwas nicht mit rechten Dingen vor sich geht. Dann findet er ein altes Tagebuch. In diesem geht es um das Leben einer gewissen Lene, Leos und Imkes Tante. Sie hat viel erlebt. Sie war zehn, als sie Avi kennenlernte und für ihn alles riskierte.

1941: Lenes Vater kämpft an der Front gegen die deutschen Feinde und fällt wie so viele andere. Juden müssen in dieser schlimmen Zeit um ihr Leben fürchten. Nur Lenes Mut ist es zu verdanken, dass ihr Freund Avi und dessen Familie (noch) nicht in ein Konzentrationslager abtransportiert wurden. Lene und ihre Mutter nehmen sie bei sich zu Hause auf und bieten ihnen irgendwo in der Einöde Schutz. Trotz der ständigen Angst, demnächst ein Opfer von Millionen zu werden, erfreut sich Avi an den Stunden mit Lene. Die beiden erleben so manches Abenteuer und verstecken in der Wildnis einen Schatz. Viele Jahre später machen sich Leo und Imke auf die Suche nach eben diesem. Mit dabei ist Ference, "wie Terence, nur mit F". Der Junge hütet allerdings ein Geheimnis ...

Lesegenuss pur - genau das bedeuten die Geschichten aus Antonia Michaelis´ Feder. In diesen stecken ganz viel Lesespaß und außerdem Emotionen im Übermaß. Bereits nach den ersten paar Satz von "Das Blaubeerhaus" fühlt man sich so glücklich wie selten zuvor. Kinder wie Erwachsene fällt es verdammt schwer, das vorliegende Buch wegzulegen. Die Story ist ungeheuer fesselnd. Kaum mit dem Lesen begonnen, vergisst man alles um sich herum und Zeit verliert jegliche Bedeutung. Die deutsche Autorin schreibt so gut wie sonst nur noch eine Holly Black ("Die Spiderwick Geheimnisse") und wenige andere. Ohne jeden Zweifel: Einen Vergleich mit den Großen des Genres braucht Michaelis nicht zu scheuen. Denn sie ist eine Schriftstellerin von Weltklasse.

Antonia Michaelis´ Romane gehören definitiv zu den besten und schönsten Leseerlebnissen, seit es Bücher gibt. Was man mit diesen in die Hand bekommt, ist Literatur auf höchstem Niveau. Während der Lektüre von "Das Blaubeerhaus" kommt so etwas wie Langeweile zu keiner Sekunde nicht auf. Hier findet man zwischen zwei Buchdeckeln jede Menge Spannung - und die bis zur letzten Seite. Unterhaltung war noch nie so gut, so sensationell gut!

Extra erwähnt werden müssen die Illustrationen von Claudia Carls. Diese setzen die Geschichte erst so richtig in Szene. Es kann sogar passieren, dass man "Das Blaubeerhaus" nur aufschlägt, um die Schwarz-Weiß-Bilder stundenlang zu betrachten und sich in diesen zu verlieren. Carls ist wahrhaftig eine Künstlerin - eben eine Meisterin ihres Fachs, wie Antonia Michaelis ebenfalls solch eine ist!

Susann Fleischer
26.11.2015

 
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Das Buch:

Antonia Michaelis: Das Blaubeerhaus

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Hamburg: Oetinger Verlag 2015
352 S., 14,99
ab 10 Jahren
ISBN: 978-3-7891-4300-7

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