Kinder- & Jugendbcher

Die Geschichte einer Freundschaft , die eigentlich nicht htte sein sollen

Freundschaft und Familie sind das Wichtigste im Leben. Jeder weiß, dass man mit seinen besten Freunden durch dick und dünn gehen, sich immer auf sie verlassen und ihnen alles anvertrauen kann. Doch was, wenn man plötzlich feststellen muss, dass die Freunde, von denen man bisher glaubte, dass sie einen für immer begleiten, gar nicht so sind, wie man immer dachte?

Das Jugendbuch "Papierfliegerworte" von Dawn O'Porter erzählt die Geschichte der Mädchen Flo und Renée, die eigentlich keine Freundinnen hätten werden dürfen. Renée ist die beste Freundin von Sally und macht einfach alles mit ihr. Dabei fällt ihr aber nicht auf, dass Sally immer nur ihr eigenes Wohl im Sinn hat und sich nicht unbedingt so für die stille Renée interessiert, wie diese sich für sie interessiert. Flo hingegen ist sehr impulsiv, gibt nicht viel auf Sally und macht mehr oder minder, was ihr gefällt. Als Renée sich bei einer Party zu sehr betrinkt, ist es Flo und nicht Sally, die sie nach Hause und ins Bett bringt. Durch Papierflieger unterhalten sich die beiden während der Schulstunden und fangen irgendwann auch an, sich miteinander zu treffen. Dies geschieht allerdings im Geheimen, da Renée sich vor Sallys Reaktion fürchtet. Die beiden neuen Freundinnen erleben einige Dinge miteinander, die sie immer enger zusammenschweißen und sie beginnen zu verstehen, dass die jeweils andere genau weiß, was in einem vorgeht. Doch wer steht Renée zur Seite, als diese einen schrecklichen Verlust erleidet? Hat Flo es auf Renées Bruder abgesehen? Wie wird Sally reagieren, wenn sie von den heimlichen Treffen der beiden Mädchen erfährt? Werden die beiden den Mut haben, ihre Freundschaft und ihr Vertrauen zueinander öffentlich zu machen oder werden sie in ihr altes Leben zurückkehren?

Dawn O'Porter schafft es in ihrem Buch, das Thema der Freundschaft in all seinen Facetten zu beleuchten und eine Geschichte zu erzählen, die den Leser gefangen nimmt. Man möchte unbedingt wissen, wie Renée und Flo ihre Freundschaft, die sie beide vor Herausforderungen stellt, meistern werden. Durch die kapitelweisen Perspektivenwechsel kann der Leser die Gedanken und Gefühle der beiden Mädchen jeweils nachvollziehen, wodurch eine Nähe zu beiden aufgebaut wird.

Vor allem die Idee, sich Nachrichten durch Papierflieger zuzuschicken, ist sehr schön und passt wunderbar zu den beiden Protagonisten. Jeder wird wahrscheinlich schon einmal geheime Nachrichten auf kleinen Zetteln durch das Klassenzimmer geschickt haben, um einem Freund oder einer Freundin etwas mitzuteilen. Die hier gewählte Art der Nachrichtenübertragung zeichnet auch die hier entstehende und beschriebene Freundschaft aus.

Dawn O'Porter scheut sich auch nicht, die Schwierigkeiten zu thematisieren, die einem begegnen, wenn man eine neue Freundschaft beginnt. Eifersucht und Unsicherheit spielen auch hier eine tragende Rolle. Aber ebenso der Mut und die Selbsterkenntnis, dass man nicht alles mit sich machen lassen muss.

"Papierfliegerworte" ist ein packendes und zugleich sehr einfühlsames Buch über die Wichtigkeit und den Einfluss von Freundschaft, sei dies nun gut oder schlecht. Es ist zudem ein Appell, dass Freunde einen so akzeptieren sollten, wie man ist und nicht nur die eigenen Wünsche und Bedürfnisse in den Vordergrund stellen, sondern auch darauf achten, dass es dem jeweils anderen gut geht. Ein Buch, das man definitiv an einem Abend lesen kann (oder muss) und in dem man sich manchmal auch selbst wiederfindet!

Jana Gengnagel
07.04.2015

 
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Das Buch:

Dawn OPorter: Papierfliegerworte. Aus dem Englischen von Martina Tichy

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Hamburg: Carlsen 2015
285 S., 16,99
ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-551-58321-5

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