Kinder- & Jugendbcher

Roboter , Androiden , Cyborgs und Cinder(ella)

Die Adaption von Märchen ist in. Dabei wird die Handlung typischer Märchen in unsere Zeit projiziert und in eine neue Geschichte umgewandelt. Doch Marissa Meyer geht in ihrem Jugendbuch "Wie Monde so silbern", das den ersten Band der "Luna-Chroniken" darstellt, sogar noch einen Schritt weiter:

Die Handlung spielt in der Zukunft. Cinder arbeitet als Mechanikerin, um genügend Geld zu ihrer Stiefmutter und ihren Stiefschwestern nach Hause zu bringen. Hinter ihrem unscheinbaren Aussehen verbirgt das Mädchen ein großes Geheimnis: Sie ist ein Cyborg, die einen recht schweren Stand in der Gesellschaft haben.
Eines Tages taucht der Thronfolger, Prinz Kai, an ihrem Stand auf und möchte, dass sie seine Androidin repariert. Eigentlich macht sich Cinder nicht wirklich etwas aus Schwärmereien, aber Kai scheint wirklich ein netter Typ zu sein. Nur kurze Zeit, nachdem er sie wieder verlassen hat, ereignet sich ein Vorfall der Blauen Pest auf dem Markt, einer Krankheit, die auch nicht vor dem König halt gemacht hat und für die es noch kein Gegenmittel gibt.

Es kommt, wie es kommen muss: Cinders Lieblingsstiefschwester erkrankt an der Blauen Pest und ihre Mutter "verkauft" Cinder an die Forschung.
Wird Cinder es schaffen, ihre Schwester zu retten? Wird sich ein Gegenmittel für diese unheilbare Seuche finden lassen? Was genau hat es mit dem Volk der Lunarier auf sich, deren Königin sich angeblich mit dem Prinzen verloben möchte und die vor gar nichts zurückzuweichen scheint? Und stimmen die Gerüchte, dass die totgeglaubte Prinzessin der Lunarier wirklich noch am Leben ist, wie Kai so verzweifelt hofft? Und wird es der Prinz doch noch schaffen, Cinder dazu zu überreden, mit ihm zum Ball zu gehen?

"Wie Monde so silbern" ist ein Buch, das man kaum mehr aus der Hand legen kann. Die Sprache ist wirklich unterhaltsam, die Geschichte durch verschiedene Abwandlungen erfrischend anders. Vor allem die Tatsache, dass das Märchen in der Zukunft spielt und dass die Protagonistin Cinder ein Cyborg ist, sind hier hervorzuheben. Man identifiziert sich sofort mit ihr, trauert und freut sich mit ihr und hofft, dass sie wieder auf Prinz Kai trifft.

Was natürlich auch noch sofort ins Auge fällt, ist das wunderschön gestaltete Cover, auf dem Schuhe abgebildet sind, die durchaus schon auf das betreffende Märchen hinweisen. Noch dazu haben sie natürlich auch noch eine Bedeutung innerhalb der Geschichte selbst.

Zum Ende hin nimmt das Buch noch einmal richtig Fahrt auf. Der Showdown lässt den Leser völlig atemlos zurück und weckt die Lust, sich sofort in die nächste Buchhandlung aufzumachen und sich den nächsten Band zu kaufen, um zu erfahren, wie es mit Kai und Cinder weitergeht. Alles in allem ein wirklich gelungenes Jugendbuch, das sich auch gut für Erwachsene eignet, die gerne in fantastische Welten abtauchen.

Jana Gengnagel
22.12.2014

 
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Das Buch:

Marissa Meyer: Wie Monde so silbern. Band 1 der Luna-Chroniken

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Hamburg: Carlsen 2013
384 S., 18,90
ISBN: 978-3-551-58286-7

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