Kinder- & Jugendbcher

Gefangen im Netz

Die 16-j?hrige Linda h?lt es in ihrer Haut fast nicht mehr aus. Alles hatte mit einer - scheinbar - harmlosen Internetbekannschaft begonnen. Sie und "Kaktus" hatten sich doch wirklich gut verstanden und sie hatte die gemeinsamen Chat-Sessions wirklich genossen, denn die beiden hatten so vieles gemeinsam. Doch dann hatte er den Kontakt urpl?tzlich abgebrochen und auch sein Profil gel?scht. Was danach folgte, war f?r Linda der Beginn der H?lle auf Erden. Sie erh?lt obsz?ne, beleidigende und drohende E-Mails und SMS, und Urlaubsfotos, die sie ins Internet gestellt hat, findet sie anderenorts ordin?r retuschiert wieder.

Vielleicht war es wirklich ein Fehler, "Kaktus" ihren Namen zu verraten? Er kam ihr jedoch so vertrauenserweckend vor, so ganz anders als alle andern Jungs. Der Chatroom, in dem sich Linda und "Kaktus" kennenlernten, war bei Gleichaltrigen aus ihrer Nachbarschaft und ihrer Schule ?u?erst beliebt. Bedeutet dies, dass er auch in der N?he wohnt, oder sogar auf ihre Schule geht? Eigentlich m?sste es so sein, denn woher her w?sste er dann privateste Details ?ber sie? Linda verbringt schlie?lich keine ruhige Minute mehr und kapselt sich ab, auch gegen?ber ihrer Schwester Luise, obwohl die beiden doch fr?her unzertrennlich waren.

Um ihren Eltern oder sonst einem Erwachsenen zu verraten, was ihr angetan wird, fehlt Linda der Mut. Da es der Unbekannte versteht, ihre intimsten ?ngste und Schwachstellen gegen sie auszuspielen, ist ihre Scham viel zu gro?. Dass sie in der Schule mit dem Status der "Neuen" zu k?mpfen hat, macht ihre Situation zudem nicht eben leichter. Doch zum Gl?ck hat Linda ihre Freundin Julchen, die als einzige ihre Klassenkameraden wirklich zu ihr h?lt. Sie schl?gt ihr schlie?lich vor, mit ihr zusammen den T?ter ausfindig zu machen ...

Dass die Praxis des Internet-Mobbings eines Tages ein derma?en ernstzunehmendes Problemthema werden w?rde, haben zu Beginn des Internet-Booms bestimmt nur wenige vorhergesehen. Unsere neuen Kommunikationsmedien machen bekanntlich unsere Kommunikation immer einfacher. Doch zur gleichen Zeit wird hierdurch bekanntlich auch ihr Missbrauch erleichtert - und ebendies muss Linda wider Willen am eigenen Leib erfahren. Die Methoden ihres skrupellosen Stalkers nehmen  permanent an Einfallsreichtum und Schamlosigkeit zu, so dass die Angst f?r Linda zum st?ndigen Begleiter wird.

"Angstspiel" verdient so absolut die Bezeichnung Psychothriller. Der ausgefeilte Spannungsbogen und Birgit Schliepers starkes Augenmerk auf Lindas Innenleben legen hierbei das packende Fundament. Durch die intelligente Kombination von ?berraschenden Entwicklungen, wirkungsvoll inszenierten Schockmomenten und falschen Spuren, die geschickt mit der Erwartungshaltung des Lesers spielen, wird die Effektivit?t von ?Angstspiel" zudem noch gezielt gesteigert. Das Ergebnis ist eine Kombination aus knisterndem Nervenkitzel und einer stets angespannten Atmosph?re, der sich der Leser nicht entziehen kann. All dies ist gepr?gt von Birgit Schliepers charaktervollem Sprachstil voller Dynamik und Tempo, der jeder Situation gekonnt Leben einhaucht und einen gewichtigen Teil dazu beitr?gt, dass man "Angstspiel" schlicht nicht aus der Hand legen kann. Ein elektrisierendes, fesselndes Buch ?ber die Gefahren unserer modernen Medienwelt, das nicht nur junge Thriller-Fans begeistern wird.

Johannes Schaack
28.02.2011

 
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Das Buch:

Birgit Schlieper: Angstspiel

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Mnchen: cbt Verlag 2010
332 S., 9,99
ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-570-16084-8

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