Kinder- & Jugendbcher

Eine Geschichte so zart und zerbrechlich wie das Leben

Tagebuchschreiben ist nichts f?r Belle. Ihrer Meinung nach sind Tageb?cher voller L?gen, die Menschen hineingeschrieben haben, als sie w?tend oder traurig waren. Stattdessen nimmt sich das M?dchen ihr Schreibheft zur Hand und h?lt alles fest, was um sie herum passiert - auch wenn dies nicht viel ist, denn Belle liegt im Krankenhaus und wei? vor Schmerzen manchmal nicht mehr, wie sie es noch aushalten soll. Ihre Mutter ist dem Teenager dabei auch keine gro?e Hilfe, schlie?lich wei? sie mit der Situation nicht besser umzugehen, als st?ndig in Tr?nen auszubrechen oder vor die T?r zu gehen, um eine zu rauchen. Da gibt sie sich doch lieber ihren Gedanken ?ber ihre Familie, ihre Freunde und der Frage, ob es wirklich einen Himmel gibt, hin. 

Das Einzige, worauf Belle in dieser schweren Zeit vertrauen kann, ist auf sich selbst. Ihr Vater hat die Familie schon vor Jahren verlassen und ist nicht Manns genug, um seiner Tochter beizustehen. Lieber f?hrt er mit seiner Freundin in die Toskana, statt am Krankenbett Belles Hand zu halten und seiner Frau gegen?berzustehen. Aber auch Belles Freunde sind keinen Deut besser, die zwar vorgeben, sie w?re ihre beste Freundin, aber sich hinter Belles R?cken ?ber sie lustig machen. Und auf ihre Mutter ist sowieso kein Verlass. Sie glaubt zu wissen, wie es ihrer Tochter wirklich geht. Einzig Belles Gro?eltern, die manchmal einfach nur dasitzen und in einem Buch lesen, sind dem M?dchen eine echte St?tze und mit ihnen kehrt endlich so etwas wie Normalit?t ein. 

Als Jani, ein "richtiges Plappermaul", zu Belle ins Zimmer verlegt wird, richtet Belle ihre Wut ?ber die Krankheit nicht mehr auf ihre Besucher (und sich selbst), sondern gegen den schwerkranken Jungen. Sie will ihm glauben machen, dass es einen Himmel gar nicht gibt. Sie versucht ihm Angst einzujagen und scheitert an Janis unersch?tterlichen Gottesglauben. Erst, als die kleine Nervens?ge nicht mehr da und f?r immer fortgegangen ist, f?ngt Belle an, ihren Blick gen Zukunft zu richten und nicht mehr zur?ck in die Vergangenheit zu werfen. Sie tr?umt davon, einen Jungen zu k?ssen, sich zu verlieben und ihren Urlaub zusammen mit ihrer Familie in der Toskana zu verbringen. Sie hat nur einen Wunsch: Leben! 

Gideon Samson greift in "Der Himmel kann noch warten" die schwierigen Themen Krankheit und Tod auf, die in so vielen Kinderb?chern ausgeklammert werden. Es ist eine sensibel erz?hlte Geschichte aus dem Blickwinkel einer Zw?lfj?hrigen, die mit leisen T?nen zu ber?hren wei? und jungen Lesern Hoffnung f?r die Zukunft schenkt. Trotz des schmalen Grats, auf dem sich Samson hier bewegt, gelingt es dem Autor, gro?e Gef?hle zu einem unterhaltsamen B?chlein zu verweben und seine Leser auch nach der Beendigung der Lekt?re nachdenklich zu stimmen. Gideon Samsons "Der Himmel kann noch warten" ist mitrei?end, ber?hrend und herzergreifend bis zur letzten Seiten. 

Susann Fleischer
02.08.2010

 
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Das Buch:

Gideon Samson: Der Himmel kann noch warten. Aus dem Niederlndischen von Rolf Erdorf

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Mnster: Coppenrath Verlag 2010
160 S., 9,95
ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-8157-9871-3

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