Kinder- & Jugendbcher

Was hilft gegen Schmetterlinge im Bauch?

Eines Morgens hört Ophelia, ein hilfsbereites Nilpferd, den Hilferuf ihres Freundes Joppe. Dieser weiß nicht, was er tun soll, denn er hat Schmetterlinge im Bauch. "Bestimmt hat er Bauchschmerzen", denkt sich Ophelia und will ihm mit ihrem Arztkoffer schnell zur Hilfe eilen. Unterwegs trifft sie Erdmann, ihm erzählt sie von ihrem kranken Freund und der hat nichts besseres zu tun, als die Krankheitsschilderungen Ophelias zu überbieten und dem erstbesten, dem er begegnet, bereits von Krämpfen und Halsschmerzen zu berichten. Immer abenteuerlicher werden die Vorstellungen der verschiedenen Tiere darüber, von welchen Leiden ihr bedauernswerter Kumpane geplagt sei. So heißt es bei den Tieren schon bald: Joppe kann kaum noch sprechen, Joppe ist wohl vom Baum gefallen und kann vielleicht nie wieder laufen. Genau wie die Sorge steigert sich jedoch auch die Hilfsbereitschaft der einzelnen Tiere.

Reichte zu Beginn noch Ophelias Arztkoffer, um den Freund von der ominösen Krankheit zu kurieren, werden jetzt in Gedanken an verschiedensten Körperteilen Verbände angelegt und der Freund mit Krücken, Tees und Wärmflaschen versorgt. Dabei ist der geheimnisvolle Freund, von dem man bis zuletzt nur erahnen kann, um was für ein Tier es sich handelt, in den Illustrationen immer als Schatten präsent - mal mit Pinguinwärmflasche unterm Arm, mal mit Gips am Bein. Schließlich sind sich Frosch, Stachelschwein und Tucan einig, dass Joppe gestorben sei und verfallen in tiefe Trauer. Am Schluss ist es Ophelia, die alles aufklärt und plötzlich auch Schmetterlinge im Bauch hat. Na hoffentlich ist das nicht ansteckend!

Eine lustige Geschichte mit farbenfrohen Illustrationen, die auf humorvolle Art und Weise zeigt, was so alles schief laufen kann, wenn sich ein Gerücht auf den Weg begibt. Wie in dem Spiel "Stille Post", in dem auch meist am Ende etwas ganz anderes herauskommt, als das, was der erste Sprecher  in Umlauf gebracht hat, wird hier zwar kein Elefant aus einer Mücke, wohl aber aus ein paar harmlosen Schmetterlingen ein tödlich verunglückter Freund. Gerade durch diese Missverständnisse ist dieses Bilderbuch ein Garant für jede Menge Lesespaß bei Kindern im Kindergartenalter. Am Schluss der Geschichte wird durch die Bilder dann auch klar, warum Joppe, ein kleines, grünes Krokodil, Schmetterlinge im Bauch hat. Scheinbar ist er in das um ein Vielfaches größere Nilpferdmädchen verliebt - und diese Liebe scheint sogar auf Gegenseitigkeit zu beruhen, wie der zarte Kuss der beiden auf dem letzten Bild erahnen lässt. Damit ist auch letztendlich beantwortet, was hilft, wenn man selbst von den lästigen, bunten Tieren mit den großen Flügeln heimgesucht wird!

Claudia Birk-Gehrke
22.06.2009

 
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Das Buch:

Ingrid und Dieter Schubert: Ophelia und die Schmetterlinge

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Dsseldorf: Sauerlnder Verlag 2009
32 S., 13,90
ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-7941-5221-6

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