Kinder- & Jugendbcher

Magische Wesen in einer mystischen Welt

In Brandon Mulls Roman gibt es zahlreiche zauberhafte Wesen wie Feen, Kobolde, Nixen und viele andere, die die Menschen tagtäglich umgeben. Allerdings sind diese unsichtbar für ihre Umgebung. Die Menschen können diese Wesen nicht sehen und führen ihr Leben auf rücksichtslose Art und Weise. In dieser Welt haben Fabelwesen keinen Platz, um ihnen dennoch ein eigenes Gebiet, einen Rückzugsraum geben zu können, gibt es überall auf der Welt Schutzreservate. Solch eines ist Fabelheim in den USA.

Die Geschwister Kendra und Seth werden zu ihren Großeltern gebracht, da ihre Eltern auf eine längere Kreuzfahrt gehen. Sie haben auf dem riesigen Anwesen, auf dem Dachboden und im Garten ihr eigenes Reich. Die wichtigste Regel lautet: Geht nicht in den Wald, sondern bleibt beim Haus! Anfangs befolgen sie diese noch, bis sich schließlich der 11-jährige Seth darüber hinwegsetzt und in den gefährlichen Wald begibt. Dabei trifft er auf eine alte Frau, die sich als Hexe Muriel ausgibt. Währenddessen entdeckt seine ältere Schwester, was es mit der Milch auf sich hat, auf die sich die vielen Schmetterlinge, Hummeln, Libellen und Kolibris stürzen. Es handelt sich um eine Milch, welche die magischen Wesen für die Menschen sichtbar macht. So stellt sich heraus, dass die vielen Insekten kleine selbstverliebte Feen sind. Nun haben die Geschwister das große Geheimnis rund um den Wald und das Anwesen "Fabelheim" gelüftet.

Eine schreckliche Nacht steht nun bevor: die Mittsommersonnenwende. In diesen nächtlichen Stunden haben beängstigende Wesen die Möglichkeit, in das Haus einzudringen. Und dies tun sie und entführen den Großvater der beiden und seine Hausangestellte. Nun sind die Kinder auf sich allein gestellt, denn die Großmutter ist für längere Zeit verreist. Ein Huhn entpuppt sich schließlich als die verzauberte Großmutter, die nur mit der Hilfe der Hexe Muriel Hilfe in eine menschliche Gestalt zurückverwandelt werden kann. Nachdem die Großmutter ihre normale Gestalt wieder angenommen hat, machen sich die drei auf die Suche nach den Entführten. Sie werden recht schnell fündig, aber zu einem hohen Preis: Die Großmutter und der übermütige Seth werden gefangen genommen. Nun liegt es allein an Kendra, ihre Familie zu retten.

Das Reservat Fabelheim erinnert anfangs an den Verbotenen Wald in Joanne K. Rowlings "Harry Potter"-Romanen. Es befinden sich sehr viele magische Wesen auf dem Gebiet, die den Menschen allerdings nicht wohlgesonnen sind. Trotz des mystischen Hintergrunds zeigt sich, dass die Hauptakteure menschlich sind. Man hofft - ähnlich wie Kendra - einem Einhorn oder anderen bekannten Fabelwesen zu begegnen. Doch das Buch ist keineswegs überfüllt mit Magie. Seths Mut und sein leichtsinniger Abenteuerdrang bringen die beiden Kinder immer wieder in Bedrängnis, während Kendra durch ihre vorsichtige Art auffällt. Am Ende ist es sie, die sich überwinden muss, um ihre Familie zu retten. Die Kinder reifen in den Tagen ihres Aufenthaltes in einem Maße, das erkennen lässt, dass die Geschehnisse große Auswirkungen auf sie haben. Die Spannung, die sich spätestens nach den Ereignissen im Mittsommer aufgebaut hat, bleibt bis zuletzt bestehen, sodass das Buch recht schnell durchgelesen ist, dazu trägt auch der locker-leichte Sprachstil bei. Aber vielleicht gibt es irgendwann eine Fortsetzung?

Susann Fleischer
30.03.2009

 
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Das Buch:

Brandon Mull: Fabelheim. Aus dem Amerikanischen von Hans Link

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Mnchen: Penhaligon Verlag 2009
352 S., 16,95
ab 11 Jahren
ISBN: 978-3-764-53022-8

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