Kinder- & Jugendbcher

Mimus , der Hofnarr

Dass die Einladung an den Hof von Vinland zur Friedensfeier der verfeindeten K?nigreiche Monfiel und Vinland eine brutale Falle ist, wei? Kronprinz Florin nicht, als er frohgemut losreitet. Als er an K?nigTheodos Hof seinen eigenen Vater, K?nig Philip, sowie die Ritter und Begleiter in Ketten wiedersehen wird, trifft den Jungen wie ein Schock. Doch nicht genug ? er wird nicht in Ketten gelegt, denn Theodo hat Besseres mit ihm vor. Der Kronprinz wird zum Hofnarren Mimus ?in die Lehre? gegeben und teilt fortan auf fauligem Stroh mit einen Becher Hirsebrei pro Tag im Affenturm, der Viehhaltung des K?nigs, sein Leben mit dem Narren, der ihn am ersten Abend zu Tode erschreckt hat.

Mimus ist ein Meister des Worts, scharfz?ngig, ein extremer Beobachter und ein gnadenloser Lehrer, der mit seinem Sch?ler kein Pardon kennt. Er drillt Florin, der neben seiner Prinzenw?rde auch rasch seinen Namen verliert und ?kleiner Mimus? genannt wird, ohne R?cksicht und genau dieser harte Drill ist es, der Florin ?berleben l?sst, wenn der kleine Mimus an der Tafel des K?nigs auftreten muss.

Trotz aller Angst um seinen Vater und sein eigenes Leben, findet der kleine Mimus in der feindlichen Burg Freunde, die ihm beim ?berleben helfen und er bekommt auf verschlungenen Wegen Botschaften von daheim, die Hoffnung machen. Doch bis es so weit ist, dass K?nig Theodos Reich f?llt, erlebt der kleine Mimus, dass man nach au?en hin durchaus Possen rei?en kann, auch wenn man innendrin herzzerrei?end weint.

Die Geschichte erreicht ihren spannendsten Moment, als der kleine Mimus erf?hrt, dass in der Nacht die Burg gest?rmt werden soll, K?nig Theodo aber just an diesem Abend K?nig Philip im Thronsaal k?pfen lassen m?chte. In seiner tiefsten Verzweiflung vertraut sich der kleine Mimus dem gro?en Mimus an und erlebt, wozu der Narr f?hig ist. Am Ende finden beide L?nder zum Frieden, aus dem kleinen Mimus wird wieder Florin, doch was er von Mimus, Theodos Hofnarren, gelernt hat, ist die gr?ndlichste Lehre im Leben, die man haben kann.

Wer die Welt mit den Augen eines Narren sehen m?chte, braucht unglaubliche Weisheit und enormen Abstand sowie die F?higkeit, auch an tiefernsten Dingen noch L?cherliches zu finden. Das ist nicht jedem gegeben. Lilli Thal hat mit Mimus eine unvergessliche Figur geschaffen und es ist ihr gelungen, ein Buch zu schreiben, das man selbst als Erwachsener erst aus der Hand legt, wenn die letzte Seite zu Ende ist.


csc
09.03.2004

 
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Das Buch:

Lilli Thal: Mimus

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Verlag Gerstenberg 2004
445 S., 15,90
ISBN: 3-8067-5029-7

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