Gedichtbnde

Wunsch nach Seelenfrieden

Der Lyrikband "Siegel des Friedens" von Maria Ullmann ist ein beeindruckendes Bekenntnis der Autorin zu Gott. Jeder Mensch versucht, im Leben einen festen Halt zu finden. Für Maria Ullmann ist es der Glaube an den Schöpfer. In ihren Gedichten spürt sie ihren Empfindungen nach, die sie in die Natur und in die eigene Gedankenwelt führen. Oft sind sie wie ein Zwiegespräch mit dem Schöpfer, zeugen aber immer von inniger Hinwendung zu Gott. Aufkommende Zweifel münden in der Überzeugung, dass er uns nie im Stich lässt, immer da ist und ein entscheidender Garant für Glück und Frieden ist.

Wie fest ihre Bindung an Gott ist, zeigt sich bereits in den ersten Gedichten wie "Fessel der Liebe" und "Dein Wesen". Eine weitere Facette spricht sie an, wenn sie über Sünde und Reue nachdenkt. Gott nimmt eines Tages die Sünde von uns, bekundet die Autorin. Auch Demut ist für Ullmann unverzichtbar (siehe Gedicht "Krieger"). Das Christi Reich ist für sie mitten unter uns.

Die Verwurzelung der Autorin in der Natur ist sehr eng. Das gelebte Leben versteht sie als See der Erinnerung und wie ein Versinken in sich selbst. Kraft gebend sind die Stimmungen an Meer und Küste. Diese Gedichte sind nahezu eingewebt in die Betrachtungen über den Glauben. Auch sie werden als Reichtum verstanden, genau wie das heilende Licht Gottes, das als Schatz angesehen wird. Es gibt aber auch Gedichte wie "Lob", die wie ein Aufschrei sind, voller Barmherzigkeit und Flehen an Gott, Gutes zu schaffen.

Diesem wohltuend vorangestellt ist, dass das gesegnete Licht Gottes Mensch und Tier durchdringt und Heilung, Frieden, Liebe und Sieg bringt. Damit ist der Tenor der Gedichte wunderbar umrissen, der weitere Bestätigung zum Beispiel in "Baum der Liebe" findet. Dieser Baum ist für Ullmann ein Blumenbaum und eine himmlische Pflanze der Liebe.

Ullmann wählt kraftvolle Worte, poetisch und zartfühlend zugleich. Sie versteht damit, ihre Gefühle nacherlebbar einzufangen und an den Leser zu übermitteln. In Ausnahmefällen wechselt sie auch das Versmaß, wie in dem Gedicht "Kraft der Natur", das sich mit seinem zweizeiligen Versmaß von den anderen Gedichten abhebt.

Die bildhafte Sprache lässt dem Leser Raum für eigene Phantasie, ist anregend und der Tiefe der Glaubensgedanken adäquat.

Der Lyrikband endet mit dem Blick nach vorn, vertrauend auf die Wunderkraft Gottes, damit das Vergangene nicht bedrückt und betrübt. Das ist wie eine Anregung, sich diese Gedichte immer wieder vorzunehmen, denn sie lohnen es und werden immer wieder Neues entdecken lassen.

Dr. Helga Miesch
26.05.2014


Eine Lesung im Deutschen Literaturfernsehen finden Sie hier.

 
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Das Buch:

Maria Ullmann: Siegel des Friedens. Christliche Lyrik

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Frankfurt am Main: August von Goethe Literaturverlag 2014
64 S., 9,80
ISBN: 978-3-8372-1420-8

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