Briefliteratur & Tagebuch

Alle Wege fhren nach Rom

Italiens Hauptstadt Rom hat seit seiner Gründung um 753 v. Chr. die Menschen kommen und gehen sehen. Manche verweilen lediglich für wenige Wochen in der "Ewigen Stadt", andere hingegen zieht es für längere Zeit in diese Metropole. Und das sollte auch nicht weiter verwundern, denn zwei Wochen reichen bei Weitem nicht aus, um Rom richtig kennenzulernen - die italienische Hauptstadt mit ihren Cafés, antiken Kunststätten und unvergleichlichem Flair. Das dachte sich auch Dela Kienle, die der Liebe wegen für länger als nur zwei, drei Wochen in Rom blieb und dabei die Stadt von einer Seite kennenlernte, die Touristen kaum zu sehen bekommen. Nicht-Römer lässt Kienle in "Ein Jahr in Rom. Reise in den Alltag" nun an ihren Erlebnissen teilhaben.

Kienle ging im sonnigen Juni nach Rom und erzählt nun in zwölf Kapiteln - eines pro Monat - von Alltagsituationen, denen sich jeder Neuankömmling einmal stellen muss. Das Abenteuer "Romaufenthalt" beginnt bereits auf der stundenlangen Zugreise, die jeder einmal erlebt haben sollte. Man trifft auf fremde Menschen, muss sich mit der mangelnden Hygiene abfinden und kommt dann letztendlich total übermüdet und verschwitzt auf Roms Hauptbahnhof an, auf dem es vor Menschen nur so wimmelt. Von Glück kann da derjenige reden, der wenigstens eine Person in dieser italienischen Metropole kennt. Und noch besser ist es, wenn dieser Jemand einen auch noch abholt.

Aber die Probleme werden selbst nach der Überwindung dieser ersten Hürde nicht weniger, sondern scheinen sich eher noch mehr vor einem aufzutürmen. Für den einjährigen Aufenthalt muss eine Wohnung gefunden werden, ein spannender Job wäre von Vorteil, der mörderische Straßenverkehr muss täglich bewältigt werden und dann sind da noch die Eigentümlichkeiten der Italiener. Allerdings sollte dabei nicht vergessen werden, dass Rom auch kulturell ein Highlight ist. Man denke an das Kolosseum, das Forum Romanum, die Engelsburg und natürlich den Vatikan. So geht schnell ein Jahr ins Land und der Abschied rückt näher. Ein endgültiger wird es aber wohl kaum sein, denn Rom ist mehr als eine Reise wert.

Dela Kienle führt in "Ein Jahr in Rom" den Rezipienten mit viel Charme, einer kräftigen Prise Humor und italienischer Leidenschaft durch den Alltag eines waschechten Römers. Sie spart dabei nicht mit Einblicken in die echte römische Seele, sodass man beinahe das Gefühl hat, als säße man an Kienles Stelle mit den Freunden in einer Pizzeria. Und wenn man sich nicht den kulinarischen Genüssen hingibt, unternimmt man an der Seite der Autorin mehrtägige Eroberungstouren. Denn schließlich ist das vorliegende Buch nicht nur ein kleiner Ratgeber für all jene, die über einen größeren Zeitraum in Rom verweilen möchten, sondern auch ein Erlebnisbericht der charmanten Art, den man gerne auch mal nur so zum Vergnügen in die Hand nimmt.

Susann Fleischer
16.11.2009

 
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Das Buch:

Dela Kienle: Ein Jahr Rom. Reise in den Alltag

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Freiburg: Herder Verlag 2009
192 S., 12,95
ISBN: 978-3-451-05994-0

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