Autobiographie

Was bist du? Die Suche nach der Identitt

Antisemitismus in Deutschland. In der deutschen Hauptstadt Berlin. In dem Stadtteil Wedding. Wo man als Jude noch heute, im 21. Jahrhundert, Angst haben muss durch die Straßen gejagt zu werden. Von wem? Von jungen Muslimen, den neuen Antisemiten Deutschlands, die ihre Vorurteile von ihren Eltern übernommen haben und den Nahost Konflikt nun in den Straßen Weddings weiterkämpfen. Das sind die klaren Worte des "Deutsch-Iraners, der Israeli wurde", Arye Sharuz Shalicar.

Doch die Biographie des jungen Mannes Shalicar ist auch die Beschreibung der Suche nach Identität. Wer bin ich? Deutscher? Iraner? Berliner? Heide? Jude? Mit 13 Jahren beginnt für Shalicar die Frage nach seiner Identität. Denn zu diesem Zeitpunkt ziehen seine Eltern in den Berliner Stadtteil Wedding. Bis dahin hatte der in Deutschland geborene Junge eine freie Kindheit. Zusammen mit anderen Kindern aller Nationen spielte er im Kindergarten, in der Schule - die Frage nach der Nationalität, nach der Konfession, nach dem Glauben stellte hier niemand. Doch mit der Pubertät kommt auch die Identitätskrise, denn nun fragen ihn die muslimischen Nachbarjungen: "Was bist du? Muslim?".

Aber nicht nur Diskriminierung und Ablehnung muss Shalicar erfahren, auch echte Liebe wird ihm zuteil. Janica, seine langjährige Freundin steht zu dem jungen Mann, entgegen der Anfeindungen von anderen. Auf der Suche nach seiner eigenen Identität setzt sich der Autor auch kritisch mit seinem eigenen Volk, seiner Familie, seiner eigenen Kultur und Religion auseinander. Schließlich findet er sich als Jude im Judentum und trifft eine folgenreiche Entscheidung: Er geht nach Israel.

Eindrucksvoll und in klaren Worten nimmt Arye Sharuz Shalicar den Leser mit auf seine Reise. Wie Richard C. Schneider es im Vorwort zu "Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude" ausdrückt, erlebt man mit Shalicar dessen "Lehrjahre" in Berlin Wedding und dann die "Wanderjahre" in Israel - was werden Sahlicars "Meisterjahre" noch bringen, fragt sich Schneider, in Anlehnung an Hesses "Siddharta", berechtigterweise. Denn Shalicar hat sich gerade erst selbst gefunden. Tief verankert ist in ihm der Glaube an eine Zukunft in Frieden, in der sich auch Araber und Juden endlich nicht mehr bekämpfen. Und so endet sein Buch mit dem Gedanken der Hoffung, der auch dem Leser ein positives Gefühl mitgibt. Arye Sharuz Shalicar hat ein Werk verfasst, das bestimmt noch für viel Gesprächsstoff sorgen wird.

Maria Merten
18.10.2010

 
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Das Buch:

Arye Sharuz Shalicar: "Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude". Die Geschichte eines Deutsch-Iraners, der Israeli wurde

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Mnchen: dtv 2010 239 S., 14,90 ISBN: 978-3-423-24797-9

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