Autobiographie

Literatur von schriftstellerischer Schnheit und Raffinesse, die einen ein Leserleben lang begleiten wird

Der Beruf des Orgelbauers ist ein aussterbender. Michael M. Raithelhuber, seit mehr als dreißig Jahren in diesem Handwerk tätig, bringt den Leser dazu, sich für diese Kunst zu interessieren, sogar zu begeistern. Ein Gang in die Kirche wird nach "Der Teufelsorgler. Mein Leben im Tutti" für immer ein anderer sein. Diese Autobiographie liest man mit einem Orgelklang im Ohr, ist dabei ganz gerührt von Raithelhubers Worten und Erlebnissen. Diese fesseln einen bis zum letzten Satz. Da fällt es schwer, dass vorliegende Buch auch nur für einen kurzen Augenblick wegzulegen. Der Autor kann schreiben, mitreißend und sehr anschaulich, sodass man einzelne Szenen aus seinem Leben vor dem inneren Augen abspielen sieht. Seine Werke haben echt Stil, sind absolut grandios und von Seltenheit. Also, unbedingt lesen!

In 18 Strophen (für Nicht-Musiker können diese auch "Kapitel" genannt werden) lernt man Autor Michael M. Raithelhuber in all seinen Facetten, ebenso auch seinen Handwerksberuf kennen. Allein bereits das entzückt den Leser sehr. Noch mehr aber das schriftstellerische Können Raithelhubers. Seine Sprache ist lebendig, reißt einen mit und sorgt für unterhaltsame Lektürestunden. Hier weiß man gar nicht, wo man zuerst lesen soll. Auch ist die abschließende Lyriksammlung von 37 Gedichten etwas für das Herz. So bietet "Der Teufelsorgler" für jeden etwas: nicht nur Sachinfos und menschliches Schicksal, sondern auch Emotionen. Vor allem Raithelhubers Schilderung eines nächtlichen Akutfalls seiner Frau lässt einen lange nicht los. Ähnlich wie sein Leben insgesamt.

Michael M. Raithelhuber hatte ein bewegtes, aufregendes Leben voller Höhen, aber auch Tiefen - und lässt in seinem Debüt den Leser an diesem teilhaben. Doch "Der Teufelsorgler. Mein Leben im Tutti" ist alles andere als die langweilige Autobiographie eines Orgelbauers, sondern vielmehr ein Sammelsurium aus amüsant erzählten Anekdoten, Gedichten, Informationen zum Orgelbau und vielem mehr. Kurzum: Das vorliegende Buch bietet auf jeder Seite eine neue Überraschung, ist herrlich abwechslungsreich und liest sich ziemlich aufregend. So etwas können nur die wenigsten Neuerscheinungen auf dem deutschen Literaturmarkt von sich behaupten. Der Autor ermöglicht dem Leser damit eine Lektüre weit entfernt von Nullachtfünfzehn. Eine echte Entdeckung, außerdem Bereicherung im/fürs Bücherregal!

Will man etwas Besonderes lesen, muss man zu einem Buch von Michael M. Raithelhuber greifen. "Der Teufelsorgler. Mein Leben im Tutti" ist von Einzigartigkeit zwischen zwei Buchdeckeln. Alleine, weil der Aufbau eher einem musikalischen Werk gleicht. Hier zeigt sich, dass der Schriftsteller ein Künstler in vielerlei Hinsicht ist, nämlich sowohl in handwerklicher als auch in musischer Sicht. Die Leidenschaft für seinen Beruf und die Liebe für ihm nahestehende Personen merkt man in jedem Satz. Und das ist ganz und gar wunderbar!

Anja Rosenthal 
11.10.2021

 
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Das Buch:

Michael M. Raithelhuber: Der Teufelsorgler - Mein Leben im Tutti. Kuriositten, Mysterien und Memoiren des Orgelbaumeisters Michael M. Raithelhuber

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Althtte: Eigenverlag 2021, limitierte Auflage v. 100 Stck 236 S., 15,75 ISBN: 978-3-00-063602-8

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