Medien & Gesellschaft

Die Last mit dem Fahrradfahrer

Es ist schon eine Last mit dem "lieben" Fahrradfahrer, der ohne R?cksicht auf Verluste und das eigene Leben die Stra?e zum Rennplatz macht. Autofahrer schimpfen auf sie ?hnlich laut wie der gemeine Fu?g?nger - und das ist auch nicht unbegr?ndet, wenn man sich die Unfallstatistiken einmal n?her betrachtet. In den vergangenen zw?lf Jahren hat die Zahl der Fahrrad-Unf?lle um fast zw?lf Prozent zugenommen. Laut Statistischem Bundesamt verletzten sich im Jahr 2008 insgesamt 79.423 Menschen beim Fahrradfahren, 42 Prozent davon selbst verschuldet. Da war ein Buch wie "Neben der Spur - Das Fahrrad-Hasserbuch" l?ngst f?llig, denn nun endlich darf mal ?ber die Radler dieser Nation abl?stern - ohne dabei Angst haben zu m?ssen, das Opfer eines brutalen Zusammensto?es zu werden. Obwohl hier auf dem Papier mehr als einer stattfindet. 

Viele Fahrradfahrer glauben, dass rote Ampeln, Spitzfindigkeiten wie rechts-vor-links und "Stopp"-Schilder f?r jeden gelten, nur nicht f?r sie. Was einige von denen aber nicht wissen: Die StVO legt nicht nur die Bu?gelder f?r die Automobilbesitzer und -benutzer fest, sondern auch der Fahrradfahrer muss Geld locker machen, wenn er sich nicht an die Regeln im Stra?enverkehr h?lt. Je nach Radlertyp finden sich verschiedenste Verst??e. Aber nicht nur darin unterscheiden sie sich, sondern auch in Auftreten und Stil, dem typischen Accessoire, der Fahrweise, der bevorzugten Fu?g?ngerbeschimpfung und h?ufigsten Verletzung. Selbst die politische Einstellung und der Beruf lassen sich erahnen, wenn man sich jeden einzelnen von ihnen genauer betrachtet. 

Nat?rlich fehlt hier auch nicht an dem t?glichen ?rgernis, das insbesondere den Fu?g?nger betrifft, wenn er sich in Bus und Bahn den schon viel zu engen Platz mit einem Alugestell auf zwei R?dern teilen soll - und gezwungenerma?en muss, denn meistens zieht man als M??igg?nger doch den K?rzeren. ?hnlich ergeht es einem mit dem Fahrradkurier, dem Krieger der Stra?e. Und auch die Tour de France ist eine Hasserkl?rung an alle, die diesem Sport nichts abgewinnen k?nnen. Zu erz?hlen und zu meckern gibt es ?ber die Radler dieser Welt so einiges, das sch?nste findet sich im diesem Fahrrad-Hasserbuch. 

Es ist herrlich zu lesen, wie Annette Zoch in "Neben der Spur" ?ber die Fahrradnation Deutschland herzieht. B?se kann man der Autorin daf?r kaum sein, denn sie macht dies mit so viel Witz und umwerfendem Charme, dass man w?hrend der Lekt?re nur vor sich hinl?chelt, wissend mit dem Kopf nickt und etwaiger Groll bereits nach dem Vorwort zur Seite gelegt wird. Betr?chtlichen Anteil daran haben die Illustrationen von Kai Pannen, der die Lockerheit dieses Buches perfekt eingefangen hat und diese auch zum Leser transportiert. Dies und noch viel, viel mehr machen das erkl?rte "Fahrrad-Hasserbuch" zum idealen Pr?sent, zu dem selbst ein Profiradler kaum nein sagen kann. Kann dieser nun endlich auch ?ber sich selbst einmal kr?ftig lachen. 

Susann Fleischer 
28.03.2011

 
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Das Buch:

Annette Zoch: Neben der Spur - Das Fahrrad-Hasserbuch. Mit Illustrationen von Kai Pannen

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Mnchen: Sanssouci Verlag 2011
96 S., 9,90
ISBN: 978-3-8363-0278-4

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