Medien & Gesellschaft

Die heiligsten Orte der Erde

In seinem jüngst erschienen Buch nimmt Philip Carr-Gomm seine Leser mit auf eine bildgewaltige und hochinteressante Reise an "Magische Orte", die über den ganzen Globus verteilt sind. "Magische Orte sind wie Tore zu einer anderen Welt", so der Verfasser dieses Bandes aus der "National Geographic History"-Reihe in seiner kurzen Einleitung. Und tatsächlich, wer darin blättert, glaubt sich wirklich in ganz andere Universen jenseits des eigenen Horizonts versetzt.

Carr-Gomms Reise um die Welt beginnt in Afrika, der Wiege der Menschheit, und führt über den Nahen Osten, Europa, Amerika und Ozeanien bis nach Asien. Er besucht uralte Stätten wie die Pyramiden von Giseh oder den Steinkreis von Stonhenge und Orte von besonderer Naturschönheit wie den Walden Pond im Nordosten der USA. Daneben zeigt er traditionelle Kultstätten wie Mekka oder die Grabeskirche in Jerusalem, aber auch weniger bekannte, trotzdem aber genauso bemerkenswerte Orte.

Von besonderem Reiz sind dabei natürlich die beeindruckenden Fotografien in bester National Geographic Manier, die genau das erreichen, was der Autor bezweckt: Wer sie betrachtet, muss gar nicht zu den Originalen reisen, die ohnehin unter der Belastung der Touristenströme über die Maßen zu leiden haben. Aber trotzdem weckt Carr-Gomms Buch natürlich Begehrlichkeiten beim Leser, die das genaue Gegenteil seiner Absicht bewirken. Denn der Wunsch, das Abgebildete einmal in Natura und die Schönheit der magischen Orte mit eigenen Augen zu sehen, wächst von Seite zu Seite.

Dank kleiner Landkarten kann man sich auch gleich einen Überblick darüber verschaffen, wo diese lohnenswerten Reiseziele liegen. Zeittafeln informieren über die wichtigsten Eckdaten der magischen Orte, deren Namen, Funktionen, Bedeutungen für die Menschen, Geschichte und Legenden, die sich um sie ranken, sowie ihre geographische Lage in fundierten Artikeln erläutert werden. Hinzu kommen noch interessante Zitate, welche die dargestellten Kultstätten noch eingehender charakterisieren. Besonders beeindruckend ist dabei, dass Philip Carr-Gomm immer auch einen - teilweise zurecht - sehr kritischen Blick auf das Heute wirft. Es wäre doch zu schade, wenn die Schönheit dieser magischen Orte nur noch der Befriedigung touristischer Triebe dienen müsste und in absehbarer Zukunft tatsächlich nur noch in rückblickender Wehmut zwischen zwei Buchdeckeln bewundert werden könnte.    

Christian Götz
09.11.2009

 
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Das Buch:

Philip Carr-Gomm: Magische Orte. Von Stonehenge bis zum Jakobsweg. Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff

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Hamburg: National Geographic 2009
256 S., 34,95
ISBN: 978-3-86690-116-2

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