Medien & Gesellschaft
Eine Lektüre voller Offenbarung(en)
"Die deutsche Sprache, manchmal auf Irrwegen, findet ohne Hilfe nicht dahin, uns einen verlässlichen Schutz anbieten zu können. Wo sie aber gut behandelt wird, da ist sie einem ein wahrhafter Freund - ein gewaltloser Vermittler." Zu lesen ist dies auf dem Klappentext von "Erstes und letztes Gedächtnis. Kontroverse Diskussion". H. aus Helheims Buch ist eines voller wertvoller Erkenntnisse über eines der komplexesten Themen der Menschheit. Die Sprache als System der Kommunikation unterscheidet uns Menschen von den Tieren. Sie dient uns in vielerlei Hinsicht, wie zum Beispiel als Medium des Denkens. Außerdem kann sie heilen, aber auch verletzen, zusammenführen, aber auch entzweien. H. aus Helheim nähert sich der Sprache auf philosophische Weise, lässt den Leser an seinen Gedanken teilhaben und zeigt ihm, wie aufregend dieses Thema sein kann.
Auf 64 Buchseiten zeigt sich die ganze Welt der Sprache. Helheim widmet sich der wohl mächtigsten Waffe des Menschen in all ihrer Komplexität, nimmt den Leser mit zu verschiedenen Stationen seiner Philosophie und weiß so zu interessieren und zu unterhalten. Er schreibt von "Geheimnissen", dem Atheist als Persona non grata, der Rolle des Glaubens, der zweiseitigen Menschlichkeit, dem "durchbrochenen Schema", dem wechselnden Muster und einigem mehr. Und das gelingt ihm auf eine Art, die nicht nur einmalig in der Sachliteratur ist, sondern auch ziemlich beeindruckend. Sodass man "Erstes und letztes Gedächtnis" definitiv mehr als einmal lesen, sich darin verlieren und studieren wird, um so manches für sein eigenes Leben mitzunehmen.
Sachbücher gibt es viele, aber keines davon ist auch nur annähernd mit "Erstes und letztes Gedächtnis" vergleichbar. Was in H. aus Helheims Veröffentlichung steht, lässt einen staunen mit offenem Mund und macht so sprach- und atemlos wie kaum etwas anderes im Bücherregal. Es verspricht eine kenntnisreiche Lektüre, weit über den gewohnten Tellerrand hinaus. Und das ist auch gut so! Helheim lässt den Leser teilhaben an seinem Wissen zur "Sprache" und das gelingt ihm auf dem Niveau von Friedrich Nietzsche und weniger anderer. Kurzum: eine ziemlich beeindruckende schriftstellerische Leistung, die bei einem die Neugier auf mehr weckt. Von diesem Autor würde man gerne mehr lesen; sollte, muss man sogar. Denn er kann schreiben wie kein zweiter. Und das bei der Masse an jährlichen Debüts auf dem (Sach-)Literaturmarkt! Kein Wunder, dass es da einen glatt umhaut.
Wissen, das man so nirgendwo sonst nachlesen kann - das gilt für H. aus Helheims "Erstes und letztes Gedächtnis. Kontroverse Diskussion" auf jeder Seite, sogar mit jedem Satz. Ein dementsprechender Genuss bedeutet diese Lektüre für den Leser. Man wird für ein Thema interessiert, das trotz seiner Bedeutungsvollheit eher ein Nischendasein fristet. Helheim holt es aus diesem heraus. Und dafür kann man ihm eigentlich nur eins: nämlich sehr, sehr dankbar sein! Also, worauf warten Sie noch länger?
Anja Rosenthal
16.02.2026
