Medien & Gesellschaft

Pflichtlektre mit aufwhlender Wirkung

In den beiden Werken "Der Fall Schlaganfall. Studie eines Verbrechens" und "Der Fall Schlaganfall. Charakterstudien" hat Autor Johannes Schmidtke von seinem Martyrium nach einem Schlaganfall erzählt und dabei mit Deutschlands Gesundheitssystem und dem herrschenden Rechtswesen abgerechnet. Nun wird die Reihe mit "Kaleidoskop. Der Patient als Spielball ...!" und ein kleines, aber feines Buch ergänzt. Das Ziel: die bessere Verdeutlichung und das bessere Erkennen der Missstände in der Medizin. Und dieses durchaus schwierige Unterfangen gelingt Schmidtke auf weniger als 60 Seiten.

Wie erkrankt unser Gesundheitssystem tatsächlich ist, wissen wir spätestens seit der Corona-Pandemie 2020 bis (mindestens) 2023. Doch Schmidtke, der den interessierten Leser an seinem persönlichen Leidensweg unmittelbar teilnehmen lässt, machte seine schlimmen Erfahrungen mit Reha-Kliniken, Krankenkassen, Anwälten und so weiter und so fort mehr als elf Jahre zuvor. Und dass er diese mit uns teilt, dafür muss man ihm aus tiefstem Herzen danken; außerdem ehrfurchtsvoll den Kopf verneigen. Denn "Kaleidoskop" ist ein persönliches Werk geworden, wie ein intimer Einblick auch in Schmidtkes Gefühlswelt zu diesem Thema. Und so etwas lassen eigentlich nur die wenigsten Autoren zu.

"Kaleidoskop" ist definitiv kein Buch, das man mal einfach so zwischendurch liest, sondern gehört vielmehr in die Kategorie "Aufreger". Es schockiert einem, was hier zwischen zwei Buchdeckeln steht, es wühlt auf und macht nachdenklich. Wird doch nur überdeutlich, dass nicht der Patient und dessen Genesung wichtig ist, sondern in (fast) allen Bereichen unserer Gesellschaft noch immer das Geld regiert. Dabei nimmt Schmidtke kein Blatt vor dem Mund. Er berichtet über die Missstände, die er miterlebt hat, schonungslos und offen, sodass man als Rezipient nicht anders kann als fassungslos den Kopf zu schütteln.

Mit seinen Veröffentlichungen erweist uns Johannes Schmidtke einen wichtigen, wenn nicht gar wertvollen Dienst für die Gesellschaft auf ihrem Weg zur Gesundung. "Kaleidoskop" kann man eigentlich als eine Streitschrift, deren Lektüre für die meisten von existentieller Bedeutung sein wird. Ähnliches kann kaum ein anderes Buch von sich behaupten.

Anja Rosenthal 
27.03.2023

 
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Das Buch:

Johannes Schmidtke: Kaleidoskop. Der Patient als Spielball ...!

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Borsdorf: edition winterwork 58 S., 9,90 ISBN: 978-3-96014-979-8

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