Medien & Gesellschaft

"Wir sind Sternenstaub!"

Katholische Erziehung, Austritt aus der Kirche. Dem Rationalen, Logischen immer näher als dem Metaphysischen. Überlieferungen nur Quasitatsachen. Der Zweifel an der Religion, an Gott. Was macht einen zum Gläubigen, was zum Atheisten? Jahrelange Fragen auf der Suche nach plausiblen Antworten.

Urs Widmers Gottesbild: ein "Kreator" von allem. Der Hintergrund: Astrophysik und Urknall-Theorie, dazu Bibeltexte, stets in Zusammenhang mit Politik, Macht und Religion. Kritische Anregungen zum Denken will der Autor liefern, provozieren bis hin zur Blasphemie. Keine der großen Themen lässt er dabei aus: die Liebe Gottes und Theodizee-Frage; Papst, Inquisition, Frauen und die Kirche, Missbrauchskandale; Weltentstehung, Paradies und ewiges Leben durch Auferstehung; Dreifaltigkeit und Wunder.

Gegenüberstellungen des Menschen als von Gott persönlich geschaffenem Geschöpf einerseits oder schlichtem Produkt der Evolution andrerseits. Planet Erde als Gotteswerk oder Resultat galaktischer Katastrophen.

Und der Plan dahinter? Gab es überhaupt einen? Göttlich oder erklärbare Naturphänomene? Ein noch währendes Geheimnis.

Der Blick auf die Entwicklungskurve zeigt: "Außer einigen Naturvölkern glaubt heute niemand mehr an Götter. Wie lange wird es wohl noch gehen, bis unser Gott seine Anhängerschaft verliert?"

Urs Widmer besticht mit lückenlosem Wissen und präziser Recherche. Eine Abhandlung, autobiografisch basiert und inhaltlich fundiert. Fach- und Populärwissenschaft für den Leser attraktiv in hochkarätigem Format vereint.

Dr. Annette Debold 
06.07.2020

 
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Das Buch:

Urs Widmer: Warum ich glaube, dass ich nicht glaube

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Offenbach am Main: August von Goethe Literaturverlag 2019 146 S., 14,80 ISBN: 978-3-8372-2275-3

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