Biographie

Hommage einer Tochter

Eine Hommage an den Meister des italienischen Neorealismus, veröffentlicht von der eigenen Tochter: Dies ist Isabella Rossellinis Geschenk zum 100. Geburtstag ihres Vaters Roberto Rossellini (1906-1977) am 8. Mai 2006.

Filmskripts, Illustrationen, Briefe, persönliche Erinnerungen und zahlreiche Fotos erzählen das Leben des weltberühmten Regisseurs, seine Liebe zu Isabellas Mutter Ingrid Bergman und die Beziehung zu Freunden wie Federico Fellini und Eric Rohmer. «Im Namen des Vaters, der Tochter und der heiligen Geister - Erinnerungen an Roberto Rossellini», heißt das Buch.

Zur medienwirksamen Präsentation hatte der Verlag SchirmerGraf am Montag (13.2.) die Presse in Berlin während die Berlinale eingeladen.

Teilweise mit erstmals veröffentlichtem Bildmaterial zeigt die Tochter den Regisseur mal als liebenden Familienvater, mal als innovativen Kinomacher, der mit Streifen wie «Stromboli» Filmgeschichte schrieb. «Ich wünschte, er hätte mein Leben ein bißchen länger begleitet, hätte meine Kinder kennen gelernt und wäre ihnen ein Großvater gewesen», merkt Isabella Rossellini wehmütig an.

Jedoch verfasst sie nicht nur eigene Gedanken zum Vater, sondern lässt auch die «heiligen Geister» zu Wort kommen - Wegbegleiter wie François Truffaut und Fellini sowie seine Gefährtinnen Anna Magnani und die Schwedin Bergman. «Ich glaube, dass ich Roberto schon geliebt habe, nachdem ich "Rom, offene Stadt" gesehen hatte, denn er ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf», wird Bergman in dem Buch zitiert.

Für Fans des guten alten italienischen Kinos ist das Werk ein echter Augen- und Leseschmaus. Viele persönliche Anekdoten werden wiedergegeben: So erzählt die schöne Schauspielerin, die jahrelang das Gesicht der französischen Kosmetikfirma Lancôme war, wie Magnani sich wegen Bergman von Roberto Rossellini trennt und ihm zum Abschied einen Teller Spaghetti über den Kopf schüttet.

Auch erfährt der Leser die Hintergründe des Films «My Dad is 100 Years old».Der Film, zu dem Isabella das Drehbuch geschrieben hat und der vom kanadischen Regisseur Guy Maddin in Szene gesetzt wurde, wird in diesem Jahr auf der Berlinale und bei zahlreichen Rossellini- Retrospektiven gezeigt. Die Schauspielerin ist dabei in verschiedenen Rollen zu sehen. «Mit den geborgten Bildern von Guy wollte ich zeigen, wie es mir geht, wenn ich sehe, wie die Filme meines Vaters verblassen. Mein Vater gerät allmählich in Vergessenheit, tropf ... tropf ... tropf ... verschwindet er aus dem Gedächtnis.» Die Liebeserklärung einer Tochter.

Carola Frentzen (dpa)
04.03.2006

 
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Das Buch:

Isabella Rossellini:
In Namen des Vaters, der Tochter und der heiligen Geister. Erinnerungen an Roberto Rossellini

Bild: Buchcover Isabella Rossellini, Im Namen des Vaters, der Tochter und der heiligen Geister. Erinnerungen an Roberto Rossellini

München: Schirmergraf Verlag 2006
144 S., € 24,80
ISBN: 3-86555-024-X

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