Biographie

Eine Biographie voller Erinnerungen an einen Ausnahme-Wissenschaftler, wie sie intimer und persönlicher kaum sein könnten

"Cambridge war Hogwarts", erinnert sich Leonard Mlodinow an den Tag, an dem er dort ankam, um mit Stephen Hawking das Buch "Der große Entwurf" zu schreiben. Es beginnen Jahre einer langen Freundschaft, in denen er dem großen Kosmologen so nahe ist wie kaum jemand. Hawkings Welt hat ihre eigene Zeit und ihre eigenen Rituale, eine Welt disziplinierter Arbeit, alltäglicher Abenteuer und mit einem komplizierten Familienleben. Mlodinow bringt uns einen Stephen Hawking nahe, den wir noch nicht kannten: den einsamen, der zugleich nie allein sein durfte; den Sturkopf, der Freude daran hatte, seine Fehler öffentlich einzugestehen; der nicht an Gott glaubte, aber in die Kirche ging; den Mann, der keine Angst kannte und sich am lebendigsten fühlte, wenn er dem Tod ganz nahe kam.

Zugleich erklärt er uns eingängig Hawkings große Entdeckungen und unter welchen Kämpfen sie zustande kamen. Das inspirierende Porträt eines der größten Denker unserer Zeit - und eines Menschen voller Widersprüche. Was diese Lektüre so besonders, fast einzigartig macht: Es braucht weniger als 300 Buchseiten, um Hawking kennenzulernen wie einen Freund. Dieses Gefühl jedenfalls hat man bereits nach den ersten paar Sätzen. Mlodinow gelingt eine Biographie, die zwischenzeitlich auch als Autobiographie durchgehen könnte. Umso größer ist die Freude über solch eine Lektüre. Diese lässt einen nicht nur atem-, sondern auch ganz sprachlos zurück. Unter den Neuerscheinungen der letzten Jahres ist nichts Vergleichbares zu finden. Allein deshalb lohnt sich der Kauf des vorliegenden Buches!

Sachliteratur mit absolutem "Wow!"-Effekt - "Stephen Hawking. Erinnerungen an den Freund und Physiker" bietet Unterhaltung auf jeder Seite. Autor Leonard Mlodinow macht den Leser neugierig; und zwar nicht nur auf Hawking in dessen Leben, sondern auch und vor allem auf die Naturwissenschaften. Diese findet hier ebenso ihren Platz wie zahlreiche Anekdoten zu einem der bekanntesten Physiker des letzten und des aktuellen Jahrhunderts. Mlodinow weiß genau, worüber er schreibt. Denn er kannte Hawking nicht nur von dessen beruflich-professioneller, sondern auch von dessen privater Seite. Und eben diese findet hier ihren Platz. Solch ein Memorandum hat definitiv Seltenheit auf dem Buchmarkt weltweit. Ohne jeden Zweifel ein Geniestreich! Also, unbedingt lesen!

Mit "Stephen Hawking. Erinnerungen an den Freund und Physiker" setzt Leonard Mlodinow dem Jahrhundert-Astrophysiker ein Denkmal in Buchform. Und bereitet dem Leser eine Lektüre der interessanteren Sorte. Dass Mlodinow schreiben kann, hat der Autor bereits mehrmals bewiesen; unter anderem mit populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen, außerdem mit Drehbüchern für verschiedene Fernsehserien wie "Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert" und "MacGyver". Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen!

Susann Fleischer 
21.09.2020

 

Das Buch:

Leonard Mlodinow: Stephen Hawking. Erinnerungen an den Freund und Physiker. Aus dem Englischen von Monika Niehaus

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Hamburg: Rowohlt Verlag 2020 272 S., € 22,00 ISBN: 978-3-498-00157-5

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