Buch des Monats Juli 2026
Ein Historienschmöker von Weltklasse-Bestellerqualität
Neapel im 15. Jahrhundert: Nach fünfjährigem Kampf ist Alfons V. von Aragon endlich am Ziel und kann mit seinem Heer in Neapel einziehen. Auch für Arnau Estanyol, Enkel eines der größten Seekonsulen Spaniens und auf dem Schlachtfeld überaus erfolgreich, war es eine schwere, entbehrungsreiche Zeit. Doch bleibt ihm die Belohnung für seinen Dienst als General und Vertrauter des Königs von Aragonien vorerst verwehrt. Nicht ihm wird ein Adelstitel übertragen, sondern seinem verhassten Halbbruder Gaspar Destorrent, der den König finanziell bei seinem Feldzug unterstützt hat und somit mit Arnau nun auf einer Stufe steht. Arnau kann diese Demütigung kaum ertragen. Doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was noch auf ihn wartet. Gaspar ist ein mächtiger Feind, zu allem bereit, Arnau zu zerstören. Seine Angriffe treffen die Menschen, die Arnau am wichtigsten sind, angefangen bei seiner Stieftochter.
Marinas Wahrnehmung der Welt ist von Widersprüchen geprägt: zwischen religiöser Moral und körperlichem Erwachen, zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und dem Wunsch nach Freiheit. Marina beobachtet, hinterfragt und tastet sich suchend voran - eine Figur, in der sich Unschuld und Aufbegehren, Verletzlichkeit und innere Stärke zugleich verbinden. Bis Gaspar, als Osmane verkleidet, in Arnaus Palast eindringt und Marina schändet. Marina bliebe einzig die Flucht in ein Kloster, aber sie wählt einen anderen Ausweg, reißt mit dem Bäckersjungen Paolo aus und sucht ausgerechnet bei Gaspar Destorrent nach Schutz. Arnau, innerlich zerrissen zwischen Macht, Verantwortung und Schuld, steht erneut vor harten Jahren. In diesen dunklen Zeiten wird Arnau miterleben, wie sich die Welt um ihn herum verändert, wie sich die Kunst des Krieges wandelt und wie die Liebe selbst das härteste Herz berühren kann ...
Spannend, mitreißend, lebendig - bei Ildefonso Falcones' Romanen wird Historie zu einem noch nie dagewesenen Lektüreerlebnis, das den Leser ab dem ersten Satz berauscht, außerdem ganz sprach- und auch atemlos macht. Kaum "Das Monument der Hoffnung" aufgeschlagen, vergisst man die Welt vollkommen um sich herum. Hier erfährt man Literatur auf allerhöchstem Erzählniveau. Definitiv nicht zu übertreffen! Und das, obwohl "Die Kathedrale des Meeres" und "Die Erben der Erde" bereits zum Niederknien genialst waren. Der spanische Autor kann schreiben wie niemand sonst. Sein Talent raubt einem den Atem über viele, viele Stunden lang, macht darüber hinaus regelrecht schwindelig. Im Bücherregal gibt es (fast) nichts Vergleichbares. Falcones gehört in die gleiche Liga wie Ken Follett, Iny Lorentz und weniger anderer; zumindest aber nach ganz weit oben in die Bestsellerlisten Deutschlands und international.
Wie ein Historien-Blockbuster auf der großen Kinoleinwand lesen sich die Werke eines Ildefonso Falcones allesamt und sonders. Einmal mit deren Lektüre begonnen, kann man partout nicht mehr aufhören. Egal, was sonst so geschieht! Nicht anders als das bei "Das Monument der Hoffnung". Die Story zieht einen in den Bann, als gäbe es nichts anderes auf der Welt. An ein Weglegen des vorliegenden Buches ist zu keinem Augenblick, nicht einmal für eine Millisekunde zu denken. Es fesselt einen gnadenlos, sodass man für solch einen Genuss ganze Nächte durchmacht. Selbst wenn diese Neuerscheinung doppelt so dick wäre, man hätte immer noch nicht genug!
Susann Fleischer
06.07.2026
