Buch des Monats September 2025
Eine Geschichte, die das Herz berührt, es einem sogar bricht
Bei Bundeskanzler Ernst Meister jagt ein Termin den anderen. Es ist purer Zufall, dass Meister Bekanntschaft mit der der zehnjährigen Emma macht. Denn Meister verläuft sich im Bundeskanzleramt, und nach diversen Irrwegen steht er plötzlich draußen. Dort hockt ein Mädchen und spielt mit Murmeln. Als Meister kurz darauf mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus muss, bekommt er eine Karte, auf der in kindlicher Handschrift "Freitag 5" steht, neben einer mit Klebestreifen aufgeklebten Murmel. Von nun an sorgt der Kanzler dafür, dass er Freitags um fünf ein paar Minuten Zeit für Emma hat. Denn wenn man im Kanzleramt arbeitet, kann es vorkommen, dass man den Blick für das Wesentliche verliert. Und wenn man die Welt mit Kinderaugen sieht, kann es passieren, dass man ebendiese Dinge wiederentdeckt ...
Literatur mit noch nie dagewesener Glücksgarantie - das Leserleben ist ein anderes, sobald man ein Buch von Thomas Montasser zur Hand nimmt. Von "Freitags um fünf" wird einem nach nur wenigen Sätzen ganz schwindelig. Kein Wunder, bei solch berührend-schönster Unterhaltung zwischen zwei Buchdeckeln. Da braucht es keinen 300-Seiten-dicken Schmöker, um Abstand vom Alltag zu bekommen. Dieses Buch jedenfalls ist als Auszeit perfekt. Oder anders: ein höchst wirksames Antidepressivum! Der deutsche Autor kann schreiben, mit so viel Gefühl wie nur wenige andere seines Genres. Seine Geschichten sind von einer melancholischen Glücksseligkeit, dass man nicht anders kann als sich mit diesen rundherum wohlzufühlen. Als würde man von der besten Freundin einmal richtig in die Arme genommen werden.
Bei der Lektüre von Thomas Montassers Romanen besteht Taschentuch-Alarm vom ersten bis zum letzten Satz. "Freitags um fünf" rührt den Leser zu Tränen, macht zugleich so glücklich wie kaum etwas anderes im Bücherregal. Kaum das vorliegende Buch aufgeschlagen, vollführt jedes Frauen-, aber auch zahlreiche Männerherzen einen Freudenhüpfer nach dem anderen. Und man hat ein breites Lächeln auf den Lippen. Definitiv eine Geschichte zum Verlieben! Und genau das ist man von Anfang an: schockverknallt, und zwar Hals über Kopf, außerdem bis über beide Ohren.
Susann Fleischer
01.09.2025
