Buch des Monats April 2022

Bridget Jones meets die Nerds von "The Big Bang Theory" - Ali Hazelwoods Romane: eine amsante, herrlichst romantische Komdie weit abseits von nullachtfnfzehn oder Langeweile

Olive Smith, Biologie-Doktorandin an der kalifornischen Stanford University, glaubt an Wissenschaft. Wenn es eine Hypothese gibt, die Olive anzweifelt, dann ist es die von der Möglichkeit der Liebe. Ganz anders ergeht es ihrer Freundin Anh, die von ihrer Sorge um Olive jedoch davon abgehalten wird, sich um ihre Liebesdinge zu kümmern. Also behauptet Olive, längst über ihren Ex, übrigens Anhs Schwarm und womöglich auch Mann für den Rest ihres Lebens, hinweg und inzwischen mit jemand anderem zusammen zu sein. Das Problem: So unter Zugzwang geraten, küsst Olive den erstbesten Mann, der ihr unterkommt - was ausgerechnet Adam Carlsen ist, der fieseste Professor, außerdem größte Labortyrann weit und breit. Was folgt, ist ein Kette irrationaler Gefühle.

Carlsen ist der schlimmste Macho unter Olibes Kollegen. Und am liebsten würde sie sofort wieder das Weite suchen, würde er ihr nicht ein verlockendes Angebot machen: Er schlägt ihr vor, die Scharade aufrechtzuerhalten und als ihr Freund aufzutreten; zumindest solange, bis sich Anh endlich auf Olives Ex einlässt und Carlsen seine Fördergelder genehmigt bekommt. Olives Begeisterung hält sich zwar in Grenzen. Aber welche Wahl hat sie schon? Es kommt zu allerlei Irrungen und Wirrungen. Schon bald droht nicht nur Olives wissenschaftliche Karriere über dem Bunsenbrenner geröstet zu werden, auch ihre Verwicklung mit Carlsen fühlt sich mehr nach oxidativer Reaktion als romantischer Reduktion an, und Olive muss dringend ihre Gefühle einer Analyse unterziehen ...

Frauenunterhaltung, die auch männliche Leser noch breiter als ein Honigkuchenpferd zum Grinsen bringt - die Geschichten von Ali Hazelwood sind ein Überraschungshit im Bücherregal: randgefüllt mit Humor, Emotionen und gewisser Pragmatik. "Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe" ist der perfekte Wohlfühlroman, und deshalb Pflichtlektüre an regnerischen Wochenenden. Was man hier in die Hände kriegt, ist Naturwissenschaften gewürzt mit romantischen Jane-Austen-Momenten. Also genau das Richtige fürs Herz! Das sticht aus den Neuerscheinungen dieses Jahres wohltuend hervor. Und ist schier zum Ausflippen toll! Dieses Vergnügen lässt weder Langeweile noch einer Laus auf der Leber auch nur den Hauch einer Chance. Einfach nur zum Verlieben! Seufz!

Kaum einen Roman von Ali Hazelwood aufgeschlagen, kribbelt es einem angenehm vom Scheitel bis zur Sohle. Kein Wunder, bringen diese doch Herz und Zwerchfell ordentlich in Bewegung. Von "Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe" bekommt man einen heftigen (Lach-)Muskelkater, aber auch ganz feuchte Augen. Und nach dem letzten Satz sieht man den Himmel rosarot und voller Geigen behängt. Wahrlich ein Einhorn in der Welt der Bücher, das insbesondere in Zeiten wie den heutigen mehr als guttut. Danke dafür!

Susann Fleischer 
04.04.2022

 
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Das Buch:

Ali Hazelwood: Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe. Aus dem Amerikanischen von Christine Strh, Anna Julia Strh

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Berlin: Rtten & Loening 2022 443 S., 16,90 ISBN: 978-3-352-00971-6

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