Wissenschaften

Das Zentrum einer Weltstadt im Laufe der Jahrhunderte

Das Forum Romanum ist wohl einer der größten "Markplätze" der Welt und war zur Zeit des römischen Reiches auch einer der bedeutendsten Treffpunkte der antiken Welt. Egal, ob man heutzutage als Tourist, historisch interessierter Laie oder als Wissenschaftler nach Rom reist - das Forum Romanum ist inmitten der pulsierenden italienischen Metropole ein Ort, der fasziniert, Fragen aufwirft und angesichts der unübersichtlichen "Steinhaufen" nicht selten für Verwirrung sorgt. Auch wenn selbst unter Archäologen längst nicht alle Rätsel dieses antiken Macht- und Herrschaftszentrums geklärt sind, gibt Klaus Stefan Freyberger, klassischer Archäologe und wissenschaftlicher Direktor an der Abteilung Rom des Deutschen Archäologischen Instituts, mit seinem Kompendium "Das Forum Romanum" einen umfassenden Überblick über die Entwicklungs- und Nutzungsgeschichte des bekannten römischen Zentrums.

Beginnend mit der Entwicklung der sumpfigen Talsenke zwischen Kapitol, Palatin, Quirinal und Viminal, die bis Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. als Begräbnisplatz genutzt wurde, zum politischen, religiösen und ökonomischen Zentrum in der Zeit der Republik, teilt Freyberger die Geschichte des Forum Romanums und seiner Bauwerke in drei große Abschnitte: die Anfänge bis zum Ende der Königszeit (10. Jh. v. Chr. bis 509 v. Chr.), die Zeit der Republik (509 v. Chr. bis 31 v. Chr.) und die Kaiserzeit bis zur Spätantike (31 v. Chr. bis 7. Jahrhundert n. Chr.). Einen Fokus legt Freyberger dabei auf das augusteische Zeitalter, in dem sich der Wandel vom einst politischen und wirtschaftlichen Zentrum zur Kultstätte für Kaiser vollzog. Nach dem Untergang des römischen Reiches verloren die Tempel, Basiliken und Triumphbögen in der Spätantike ihre ursprüngliche Funktion; der Raubbau der Päpste, die das Baumaterial für ihre Kirchen benötigten, tat sein Übriges.

Mit aktuellen Fotos, Detailzeichnung und Rekonstruktionen gibt Freyberger in klaren, schnörkellosen Worten - der ein oder andere unbekannte Fachbegriff kann im Glossar nachgeschlagen werden - einen informativen Überblick über 1500 Jahre Stadtgeschichte. Mit seinen wissenschaftlichen und doch allgemein verständlichen Darstellungen wird der Archäologe seinem im Vorwort erwähnten Anspruch gerecht, dass "Das Forum Romanum" - hier nun bereits in zweiter Auflage vorliegend - sowohl für den Altertumswissenschaftler als auch für den interessierten Laien von Nutzen ist.

Wer als archäologisch und historisch interessierter Rom-Tourist fundierte und gut aufbereitete Informationen sucht, die über den gängigen Reiseführer hinausgehen, ist mit Freybergers Kompendium bestens beraten.

Sabine Mahnel
16.04.2012

 
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Das Buch:

Klaus Stefan Freyberger:
Das Forum Romanum. Spiegel der Stadtgeschichte des antiken Rom. Mit Fotos von Heike Behrens

Bild: Buchcover Klaus Stefan Freyberger, Das Forum Romanum. Spiegel der Stadtgeschichte des antiken Rom

Mainz: Verlag Philipp von Zabern 2012, 2. Auflage
144 S., € 24,99
ISBN: 978-3-8053-4471-5

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