Wissenschaften

Briefe sind Erinnerungen

Johann Wolfgang von Goethe ist aus der deutschen Literatur nicht wegzudenken. Mit seinen Romanen, Abhandlungen und Dramen faszinierte und überraschte er seine Leser, die in Werken wie "Die Leiden des jungen Werthers", "Wilhelm Meisters Lehrjahre" und "Götz von Berlichingen" das Nonplusultra der Unterhaltung sahen - und bis heute noch sehen. Nicht vergessen werden sollten allerdings die Briefe, die er in einem regen Wechsel mit allerlei Größen seiner Zeit tauschte. Mit der Gesamtausgabe der "Briefe an Goethe" wird Interessierten einmalige Einblicke in eine Zeit gewährt, von denen man nicht genug bekommen kann. Nach sieben Bänden erscheint nun ein weiterer, der die Regesten von mehr als 1.100 Briefen von 340 Absendern enthält.

Der achte Band dokumentiert Goethes persönliche Korrespondenz in den Jahren 1818 und 1819. Der erste Teil beinhaltet die Regesten, der zweite ein ausführliches Register, dank dessen der Leser noch tiefer in diese faszinierende Materie eintauchen darf. Im Mittelpunkt steht hier Goethes schriftstellerisches und wissenschaftliches Schaffen, mit dem der deutsche Autor wahrlich Geschichte geschrieben hat. Doch das ist noch längst nicht alles, denn biographischen Ereignissen und Goethes Umfeld wird ein breiter Raum eingeräumt, sodass Historie zur Gegenwart und damit zu einer allgemeingültigen Wahrheit wird. Nicht zuletzt Namen wie Johanna Antonia Josepha Brentano, Karl August Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach und Christian Gottlob von Voigt machen dieses Werk zu einem Must-Have im Bücherregal.

Mit der Gesamtausgabe von "Briefe an Goethe" lernt man die einstige Zeit und ihre vielen Eigentümlichkeiten - zumindest indirekt - kennen und verstehen, sodass beim Zuschlagen dieses Werkes sich ein vielschichtiges Porträt und Verständnis wie von allein einstellt. Dies ist eine verdienstvolle Leistung von Menschen, die Johann Wolfgang von Goethe einem wichtigen Teil ihres Lebens gewidmet haben. Noch bemerkenswerter wird der vorliegende Band dadurch, dass auf 800 Seiten in Miniaturformat ein Leben wieder aufersteht. Durch grandiose Projekte wie dieses kann der wohl größte deutsche Dichter und Denker in den Herzen seiner Leser weiterleben. Allein dies verdient einen herzlichen Dank, den man auch nach der Lektüre von "Briefe an Goethe" noch empfinden wird. Hier zeigt sich nämlich: Genialität kennt keine Grenzen.

Susann Fleischer
12.09.2011

 
Diese Rezension bookmarken:

Das Buch:

Klassik Stiftung Weimar Goethe Schiller Archiv (Hg.): Briefe an Goethe - Band 8: 1818-1819

CMS_IMGTITLE[1]

Stuttgart: Verlag Hermann Bhlaus Nachfolger Weimar 2011
799 S., 129,95
ISBN: 978-3-7400-1229-8

Diesen Titel

Logo von Amazon.de: Diesen Titel können Sie über diesen Link bei Amazon bestellen.