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Dank Dietmar Bär: "Das Boot" als spannendstes Hollywood-Blockbusterkino für die Ohren

Herbst 1941: Die Mannschaft der U96 bereitet sich im von deutschen Truppen besetzten Hafen von St. Nazaire auf den nächsten Einsatz vor. An Bord sind 50 mehr oder weniger vom Sinn des Krieges und dem Nationalsozialismus überzeugte junge Männer, ihr charismatischer Kommandant und ein junger Kriegsberichterstatter: Lothar-Günther Buchheim. Nach längerer Zeit der Untätigkeit und einem Sturm, der das U-Boot wochenlang auf ermüdendem Schaukelkurs hält, gelingt es der Besatzung schließlich, zu einem Geleitzug vorzustoßen und drei Schiffe zu versenken. Nach der Hölle anschließender Wasserbombenverfolgungen durch britische Zerstörer sieht die Besatzung allerdings auch die Folgen ihres eigenen Angriffs. Sie kreuzen nach dem Auftauchen durch ein Meer von Wrackteilen, Sterbenden und Leichen wie durch eine Szene aus Dantes Inferno. Der Krieg ist mehr als die Summe todbringender Befehle.

Während des anschließenden Rückmarsches nach St. Nazaire wird das Boot in den Hafen von Vigo umgeleitet, wo Treibstoff und Torpedos nachgeladen werden. Dort erhält der Kommandant Befehl, Kurs auf La Spezia im Mittelmeer zu nehmen, um die Nachschublinien des in Afrika operierenden Generals Rommel zu schützen. Dazu muss die Straße von Gibraltar durchfahren werden, was aufgrund der zahlreichen Schiffe der britischen Royal Navy, welche die Meerenge sichern, nahezu unmöglich ist und einem Himmelfahrtskommando gleichkommt. Das gewagte Unternehmen misslingt: Nach einem Bombentreffer sinkt das Boot in der Nähe der Küste und sackt bis in 290 Meter Tiefe auf den Grund. Dort gelingt es der Besatzung mit letzter Kraft, das beschädigte Boot soweit wieder instand zu setzen, dass es auftauchen kann und mit Schleichfahrt und viel Glück durch die Biskaya zurück nach La Rochelle findet ...

Eine literarische Sensation - mit Melvillescher Besessenheit und Mailerscher Härte entwirft Lothar-Günther Buchheim in "Das Boot" das Schattenreich des U-Boot-Krieges. Es ist die Saga einer Odyssee auf Befehl, zudem ein wichtiges Zeitdokument und ein wuchtiges Abenteuer. Die Story übertrifft (fast) alles, was in den letzten Jahrzehnten an Kriegsdramen erschienen ist. Ab der ersten Spielminute wird es verdammt spannend, geradezu mörderisch. Niemand anderes als Dietmar Bär vermag es, den Zuhörer über mehr als fünfzehn Stunden lang an den Lautsprecher zu fesseln. Seine Lesungen sind eine absolute, ja sogar unglaubliche Meisterleistung. Der deutsche Schauspieler bringt uns schier zum Ausflippen. Er sorgt für Hörbegeisterung über alle Maßen. Aber Vorsicht: Bärs Stimme macht so süchtig wie sonst nur noch Drogen. Sie versetzt uns in einen Rausch ohnegleichen. Was für ein Hörwahnsinn!

Mit "Das Boot", veröffentlicht 1973, erlangte Autor Lothar-Günther Buchheim zu internationaler Berühmtheit. Die Romanvorlage wurde später unter der Regie von Wolfgang Petersen, mit Jürgen Prochnow und anderen bekannten Schauspielern, verfilmt. Dank des Hörverlages kriegt man brillantestes Thrillerkino auf die Ohren. Sprecher Dietmar Bär macht einmal mehr einen verdammt guten Job am Mikrofon. Seine Lesungen sind so genial, dass es einen glatt umhaut. Er gehört definitiv und ohne jeden Zweifel zu den Besten der Besten. Kaum jemand reicht an ihn heran.

Susann Fleischer
29.01.2018

 
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Das Buch:

Lothar-Günther Buchheim:
Das Boot

Bild: Buchcover Lothar-Günther Buchheim, Das Boot

Sprecher: Dietmar Bär
München: Der Hörverlag 2018
Spielzeit: 910 Min., € 10,00
ISBN: 978-3-8371-4172-6

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