Romane

"Die Goldenen Zwanziger + Drachen + Markus Heitz = Super Fantasy"

Mit "Drachengift" legt Markus Heitz zum dritten Mal eine Erzählung vor, deren eigentliche Protagonisten Drachen sind. Nach "Die Mächte des Feuers" (2005) und "Drachenkaiser" (2009) folgte nun endlich die Fortsetzung der Geschichte um die Drachenjäger Selina, Ahmat und Leida Hevockden sowie den russischen Hellseher Grigorij, das Officium Draconis und viele andere geliebte Charaktere. Mittlerweile schreibt Heitz das Jahr 1927 und neben den sich bekriegenden und gejagten Drachen tritt nun erstmals ein Unbekannter auf den Plan und mischt sich in die Geschehnisse mit ein. Und erstmals sieht es auch so aus, als könnte es der Menschheit gelingen, die Drachen auszurotten. Doch bald zeigt sich, dass die Rechnung vermutlich ohne den Wirt gemacht wurde ...

Als Besonderheiten hat Heitz nicht nur die schon aus den ersten Bänden alternative Geschichtsschreibung im Petto, die er auch dieses Mal interessant erweitert. Schließlich sind für die menschlichen Helden zwei Jahre vergangen, in denen Abenteuer durchlebt wurden und die unsere Helden in neue Positionen führten. Nein, vielmehr gibt es neue technische Entwicklungen und weitere Protagonisten. Zudem weitet er die Erzählung auf einen weiteren Kontinent aus. Hatte er uns 2009 in den fernen Osten entführt, nimmt er den Leser nun mit in den fernen Westen, in die USA und Mexiko. In den USA trifft Ahmat auf Nikola Tesla, um den Heitz nicht herum kam. Und Silena verschlägt es dann zusammen mit einem ebenfalls neuen Charakter, dem Indio Umberto Cuauthémoc Ramírez Flores, nach Mexiko, wo sie einer ungeheuerlichen Verschwörung auf die Schliche kommt. Und trotz all dieser Neuerungen sind es im Wesentlichen doch die Ereignisse auf dem alten Kontinent (Europa) und die Machenschaften der Altvorderen, die den Leser in Atem halten. Vermisst habe ich leider Leidas Freund, den Gargoyle Cyrano, den ich in den ersten beiden Teilen besonders schätzte. Zudem gelingt es Heitz wieder einmal aufs Neue, Nebenhandlungen einzuflechten, die auf einen vierten Teil hoffen lassen. Doch wann und ob er kommt, lässt Heitz in seinem Nachwort wieder einmal bewusst offen.

Last but not least gilt es zu erwähnen, dass Piper Heitz' neuestes Werk als Hardcover erscheinen ließ und der Verlag dem Leser ein wunderbar abgestimmtes Buch inklusive Lesebändchen in die Hand gibt. Dasselbe lässt den Taschenbuch-Sammelband "Feuer Kriege", der die ersten zwei Bände beinhaltet, im Regal ziemlich alt aussehen.

Sven Zerbes
04.04.2016

 
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Das Buch:

Markus Heitz: Drachengift

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Mnchen, Berlin, Zrich: Piper 2016
560 S.; 19,99
ISBN: 978-3-492-70353-6

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