Romane

Die Geschichte geht weiter

Mit "Die letzten Eiskrieger" hat Bernhard Hennen seinen nunmehr vierten Band der Drachenelfen und ihrer Geschichte vorgelegt. Und nein, es war noch nicht sein letzter Streich. Der folgende Band "Himmel in Flammen" (wobei es durchaus sein kann, dass es noch eine Umbenennung erfolgen wird) ist bereits angekündigt und für den Oktober diesen Jahres terminiert. Fast hoffe ich, dass ich, so genervt ich von den Worten: "Fortsetzung folgt ..." auch bin, auch unter dem noch kommenden Band eben wieder diese Worte vorfinden werde, da es Hennen erneut und diesmal in noch atemberaubender Weise gelungen ist, eine Geschichte zu erzählen, in der alles Hand und Fuß hat und jedes Mal, wenn ein Handlungsstrang ein vermeintliches oder tatsächliches Ende gefunden hat, sich heraus stellt, dass man doch noch nicht am Ende desselben angekommen ist oder die an ihm beteiligten Charaktere in einer fulminanten Wendung in einen neuen Handlungsstrang verwickelt werden.

Mittlerweile ist die von Hennen ersonnene Welt der Elfen so breit angelegt und innerhalb der Geschichte um die Elfen bzw. in noch viel stärkerem Maße um die Drachenelfen ausgebreitet, dass kaum noch Fragen offen bleiben und es Hennen sogar gelingt, die vormaligen Hauptcharaktere der Reihe entweder sterben zu lassen oder sie in einem Band (beinahe) zur Randfigur herabzusetzen, ohne das der Reihe dadurch Spannung verloren geht. Selbstverständlich möchte man zwar auch weiterhin wissen, was mit ihnen passiert, aber aufgrund der Spannung, die Hennen in anderen Handlungssträngen bereit hält, macht es dem Leser, zumindest mir, nichts aus, auf einige seiner Vertrauten verzichten zu müssen.

Doch worum geht es eigentlich ...

Nachdem im dritten Band "Die gefesselte Göttin" der Krieg der Drachen gegen die Deventhar mit einem jeweiligen ersten Schlag begonnen hat, bringen nun beide Parteien ihre Figuren ins Spiel. Dabei ist es im Rat der Regenbogenschlangen der Goldene, der Nachtatem aussticht und die Fäden in die Hand nimmt, während es bei den Deventhar eine Koalition verschiedener Hitzköpfe um den Gefiederten und Istà ist, die den Drachen mit aller Macht ihrer Untergebenen (der Menschen) entgegentreten wollen.

Die Haupthandlung, der Krieg zwischen den Drachen und den Deventhar auf der einen Seite und die Geschichte um Nandalee, kommt jedoch nur langsam voran und mehr als eine erste vor allem für die Menschen kräftezehrende Schlacht und Nandalees Rückzug in den Jadegarten, den sie während ihrer sich über den gesamten Band erstreckenden Schwangerschaft nicht verlässt, ereignet sich nicht. Die Geburt ihrer Kinder hält dann aber doch noch eine Faust dicke Überraschung parat. (Mehr will ich hier nicht verraten.) Das die Haupthandlung der Geschichte in diesem Band nicht so stark vorangetrieben wird, wie in den vorherigen Bänden hat mich aber überhaupt nicht gestört. Denn hier kommen die oben bereits erwähnten Nebenhandlungen ins Spiel. Hennen schafft es die vormaligen Nebencharaktere auszuleuchten. So erhält Bidayn eine neue Aufgabe und zeigt eine Veränderung, die sich bereits "Die gefesselte Göttin" andeutete und die vermutlich durch die Erhebung zur Drachenelfe weiter vorangetrieben wurde. Lyvianne erhält eine neue Mission und findet dabei erstaunliches heraus und Barnaba und Kolja verfolgen Barnabas bereits ebenfalls im dritten Band gefassten Plan, wobei es zu erstaunlichen Entwicklungen kommt, auf deren Weiterführung im nächsten Band ich schon ganz gespannt bin.

Die Beurteilung der Drachenelfen Reihe ist, da ja noch nicht abgeschlossen, noch nicht möglich. Mit "Die letzten Eiskrieger" zeigt Hennen jedoch, dass er ein ganz großer seiner Zunft ist. Wie nur sehr wenige andere Autoren gelingt es ihm, zuvor erwähntes aufzugreifen und tiefschürfend auszuerzählen. In dieser Tiefe habe ich diese Eigenschaft bisher nur bei Joanne K. Rowling und Wolfgang Hohlbein vorgefunden. Neben diesem Nachweis ist Hennen erneut ein toller Roman gelungen, der für sich allein genommen jedoch nicht zum Besten zählt, was Hennen geschrieben hat, aber so sollte er auch nicht verstanden werden.

Sven Zerbes
16.02.2015

 
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Das Buch:

Bernhard Hennen: Drachenelfen. Die letzten Eiskrieger

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Mnchen: Heyne Verlag 2015
848 S., 17,99
ISBN 978-3-453270015

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