Romane

Literatur von der besten Sorte

Für Christian von Söchting zählt einzig sein beruflicher Erfolg. Die Freundin hat ihn verlassen, doch das scheint egal zu sein. Er steht vor dem großen Deal. Zwar muss er vorher den Seniorchef seiner Kanzlei ausbooten und nebenbei ein üppiges Schwarzgeldkonto in der Schweiz auflösen, aber auch das wird er in den Griff bekommen. Schließlich steht Christian auf der Sonnenseite des Lebens. Dann ändert sich für Christian eines Tages alles. Seine Putzfrau fällt von der Leiter. Als sie im Krankenhaus aufwacht, kann sie sich an nichts mehr erinnern - nicht einmal an ihren Namen. Christian kann ihr nicht helfen. Er hat plötzlich Angst um seine Anwalt-Karriere. Angelina war illegal bei ihm beschäftigt. Wenn das herauskommt, ist er erledigt.

Angelina bleibt (zumindest vorerst) wohl oder übel nichts anderes übrig: Sie muss sich allein der neuen Situation stellen. Und das macht sie auch. Während sie ungläubig der Frau, die sie einmal gewesen sein soll, nachforscht, erfindet sie sich neu. Dabei entwickelt sie ein Selbstbewusstsein, das Christian zunehmend fasziniert und verunsichert. Er beginnt zu verstehen, dass das Leben manchmal seltsame Wege geht. Ihm eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten, etwas zu ändern. Der Blick in Angelinas Welt befremdet ihn, aber lässt ihn nicht mehr los. Er erkennt: Er hat Fehler gemacht. Und das ist menschlich. Doch er muss auch für sein Tun und Handeln geradestehen, statt immer den anderen die Schuld zu geben für das, was falsch läuft ...

Das perfekte Lesevergnügen - genau das bedeuten die Werke von Eva Baronsky, wie auch "Manchmal rot" beweist. Kaum hat man mit dem Lesen begonnen, ist die Welt um einen herum vollkommen vergessen. Was zählt, ist einzig und allein dieser Lesegenuss. Und den möchte man auskosten bis zum letzten Satz. Es fällt einem verdammt schwer, auch nur für einen kurzen Moment das Buch wegzulegen. Man verliert sich in den Worten der deutschen Autorin. Denn von ihnen geht ein besonders schöner Zauber aus. Am Schluss fühlt man sich einfach nur unfassbar glücklich ob solch eines Leseerlebnisses. Baronsky hat für ihre Erzählkunst definitiv einen Preis - und den zutiefst empfundenen Dank ihrer Leser - verdient. Sie schreibt einfach grandios.

Mit ihren Romanen bereitet Eva Baronsky dem Leser eine unvergessliche Lektüre voller Emotionen. "Manchmal rot" ist Literatur, die einen zu Tränen rührt und das Herz zu brechen droht. Und es wird einem ganz schwindelig von solch guter Unterhaltung. Was man hier in die Hand bekommt, ist eine Geschichte zum Verlieben. Seufz!

Susann Fleischer
16.02.2015

 
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Das Buch:

Eva Baronsky:
Manchmal rot

Bild: Buchcover Eva Baronsky, Manchmal rot

Berlin: Aufbau Verlag 2015
352 S., € 19,95
ISBN: 978-3-351-03416-0

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