Romane

Über die Illusion einer Freiheit außerhalb der Grenzen der Gesellschaft

Adam, der Sohn eines Schuldirektors und Vietnamveterans, misstraut jedem. Überall wähnt er Feinde, gegen die es sich mit allen Mitteln zu verteidigen gilt. In der Wildnis, wo er ein Schlafmohnfeld angelegt hat, führt er ein Einsiedlerleben und hortet Waffen gegen imaginäre Feinde. Dann ändert sich plötzlich alles, als er Sara kennenlernt. Sara, die wie er gegen vieles steht: die Globalisierung, die Verschwörer, die Staatsgewalt, die sie nicht anerkennt. Zwischen den beiden entwickelt sich schon bald eine leidenschaftliche, skurrile Liaison. Doch eine glückliche Zukunft als Paar scheint unmöglich. Adam ist eine tickende Zeitbombe. Mit ihm ist nicht zu reden. Und er meint es ernst mit den Feinden, sehr ernst.

Einzig Adams Eltern könnten die näherkommende Katastrophe noch abwenden. Doch die haben mit anderen Problemen zu kämpfen. Bei einem Besuch auf Costa Rica werden Sten, seine Frau und weitere Urlauber überfallen. In Notwehr tötet Sten einen der Banditen; die anderen beiden können flüchten. Die Polizei lässt Sten laufen. Schließlich wollte er nur sein Leben und das der anderen schützen. Doch wieder zurück in den USA holen die Erinnerungen an dieses "Vorkommnis" Sten ein. Er fragt sich, was einen Menschen dazu treibt, anderen mit Mord zu drohen - und ob der Tote eine Familie hatte. Eine Ehefrau? Sogar Kinder? Über all diese Überlegungen verliert er aus den Augen, dass sein eigener Sohn ihn mehr braucht als je zuvor ...

T.C. Boyle schreibt Geschichten mit ungeheurer Sogwirkung. Und niemand kann sich dieser entziehen. "Hart auf hart" bildet da keine Ausnahme. Die Story fesselt den Leser über viele, viele Stunden. Man vergisst die Welt um sich herum, während man sich voll und ganz und mit allen Sinnen diesem Leseerlebnis hingibt. Auf jeder einzelnen Seite findet man Fabulierlust, die bis ins Unermessliche zu reichen scheint. Boyle beherrscht die Schreib-/Erzählkunst in Perfektion. Er ist wahrlich ein Meister seines Fachs. Seine Bücher stecken voller großer Gefühle, Spannung und bösem Witz. Man hat keine Wahl: Man muss sie definitiv gelesen haben, denn sie bedeuten Genuss pur. Von solch guter Unterhaltung kann man einfach nicht genug bekommen.

Wie ein Rausch - genau das sind die Romane aus der Feder von T.C. Boyle. Es wird einem ganz schwindelig ob dieses virtuosen Lesevergnügens. Ohne jeden Zweifel: Die Worte des US-amerikanischen Autors sind besser als jede Droge. Kaum mit der Lektüre von "Hart auf hart" angefangen, und schon ist man süchtig. Absolut genial!

Susann Fleischer
09.02.2015

 
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Das Buch:

T.C. Boyle:
Hart auf hart. Aus dem Englischen von Dirk van Gunsteren

Bild: Buchcover T.C. Boyle, Hart auf hart

München: Carl Hanser Verlag 2015
400 S., € 22,90
ISBN: 978-3-446-24737-6

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