Romane

Amsante Unterhaltung mit Tiefgang und hohem Schmunzelfaktor

Man(n) hat es nicht leicht im Leben - erst recht nicht, wenn man Mordechai "Motti" Wolkenbruch heißt, orthodoxer Jude ist und eine "mame" hat, die ihren Sohn um jeden Preis mit einer guten Partie verheiratet sehen will. Kandidatinnen gibt es viele, aber keine ist wie Laura. In die hat sich Motti bereits vor längerer Zeit Hals über Kopf verliebt. Dumm nur, dass die Auserwählte seines Herzens eine "schikse" ist: Sie trägt Hosen, hat eine wohlgeformten "tuches", also Hintern, trinkt Gin Tonic und benutzt ungehörige Ausdrücke. Doch leider hat Mottis hübsche Mitstudentin an der Universität Zürich kaum ein Auge für ihn übrig. Und so kommt Motti über kurz oder lang ins Grübeln, ob sie tatsächlich die Richtige für ihn sein könnte.

Während Motti Zweifel befallen, ob sein vorgezeichneter Weg wirklich der ist, den er begehen möchte, arrangiert dessen Mutter ein Date mit der Jüdin Michèle. Sie hat wie Motti die Nase voll von den ständigen Blind-Dates, zu denen sie geschleift wird, und verbündet sich mit Motti. Die beiden tun so, als hätten sie etwas füreinander übrig, und bringen sich schon bald in ziemliche Schwierigkeiten mit ihrem Spiel. Mottis Mutter ist nämlich keineswegs gewillt, von ihrem Vorhaben, Motti endlich unter die Haube zu bringen, abzulassen und sorgt mit ihren Plänen für jede Menge Chaos und Ärger. Nicht zuletzt, weil Laura plötzlich Mottis Gefühle zu erwidern scheint. Ein Happy End rückt ganz nah. Es gibt nur ein Problem: Auch "schiksn" haben nicht alle Tassen im Schrank ...

Unterhaltung, die einfach nur wunderbar ist und herrlich schräg - Thomas Meyer gelingt mit seinem Debüt "Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse" witzig-spritziger (Lese-)Spaß im Stile eines Woody Allen. Man liest und liest und möchte sich während der gesamte Lektüre nur wegschmeißen vor lauter Lachanfällen. Der Schweizer Autor startet mit dieser turbulenten Geschichte nämlich einen Frontalangriff auf die Bauchmuskeln der Leser. Solch ein Vergnügen ist der beste Gute-Laune-Garant, den man sich nur wünschen kann. Und nicht nur das: Hier findet man Humor und ganz viel Herz auf jeder Seite. Eben Literatur, die absolut umwerfend ist und nicht nur deshalb besser als jede Droge. Das vorliegende Buch gehört zu den großen Überraschungen dieses Jahres.

Wie Thomas Meyer mit der Sprache spielt und mit ihr zu jonglieren scheint, hat man so noch nie erlebt. Sein Roman "Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse" bedeutet ein (Lese-)Genuss, der einen ganz schwindelig macht und außerdem unglaublich glücklich. Dafür hat der Schweizer Autor nicht nur ein großes Dankeschön, sondern darüber hinaus einen dicken Knutscher verdient.

Susann Fleischer
31.03.2014

 
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Das Buch:

Thomas Meyer: Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

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Zrich: Diogenes Verlag 2014
288 S., 10,90
ISBN: 978-3-257-24280-5

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