Romane

Eine Auswanderersaga, die beim Leser geheime Sehnsüchte weckt

Montevideo, Uruguay, 1843: Der Frankfurter Bankierssohn Albert Gothmann reist nach Südamerika, um dort mit dem Kaufmann Alejandro de la Vegas ein gutes Geschäft abzuschließen. In den Gassen der an der Mündung des Río de la Plata liegenden Stadt begegnet er eines Tages Rosa, die Tochter Alejandros, und verliebt sich Hals über Kopf in die lebenslustige, feurige Frau. Bei ihrem Anblick werden ihm die Knie weich und in ihm erwacht der Wunsch, sie zu seiner Frau zu nehmen. Rosa verlässt für Albert, ihre vermeintlich große Liebe, ihre Heimat, um in Deutschland ein neues Leben zu beginnen. Doch die Ehe der beiden steht unter keinem guten Stern, denn Rosa wird von den anderen Familienmitgliedern nicht akzeptiert und hat schwer mit der Einsamkeit zu kämpfen.

Erst als sie Musiklehrer Fabien kennenlernt, scheint sich für Rosa doch noch alles zum Guten zu wenden. Bei ihm nimmt sie Gesangsstunden und mit ihm zusammen zu sein, macht sie nach langer Zeit wirklich glücklich. Das hat selbst Rosas Tochter Valeria nicht vermocht! Sie ist das Zeugnis wilder Leidenschaft, die noch immer zwischen Rosa und Albert auflodert, aber plötzlich zum Erlöschen kommt, als ein tragisches Unglück geschieht: Aus Eifersucht fordert Albert seinen Rivalen Fabien zum Duell heraus und tötet ihn. Rosa kann ihrem Gatten das nicht verzeihen und entfernt sich immer weiter von ihm - bis sie nur noch Verachtung für ihn übrig hat. Daran ändert sich nichts, als Tochter Valeria nach Uruguay verschwindet und sich dort in den Wirren eines Krieges wiederfindet ...

Ein Roman, der für die Sinne ein fesselndes Erlebnis ist - "Die Rosen von Montevideo" ist ohne jeden Zweifel Carla Federicos bisher bestes Buch und ein Pageturner, der es an nichts fehlen lässt, insbesondere nicht an Romantik, die jedes (Leser-)Herz im Sturm erobert. Man liest und liest und kann dabei kaum glauben, wie die Stunden nur so dahinfliegen bei solch einem erstklassigen Vergnügen. Auch wenn der Schmöker mit knapp 800 Seiten alles andere als ein Leichtgewicht ist, kommt während der Lektüre niemals Langeweile auf. Hier ist keine Zeile zu viel! Die österreichische Autorin schreibt nämlich Geschichten, die unglaublich spannend und für den Leser eine Einladung sind, zumindest gedanklich in die Ferne zu reisen und dort packende Abenteuer zu erleben.

Carla Federicos Romane stecken voller Emotionen, die beim Leser wahre Sehnsüchte wecken, und Exotik, die ihn träumen lässt von fernen Ländern. "Die Rosen von Montevideo" ist einfach zum Seufzen schön und verführt zu einer Lektüre, die man garantiert noch lange in guter Erinnerung behalten wird. Diese Auswanderersaga ist nämlich das Juwel von einem Buch und bedeutet Unterhaltung, die einen bis zum Schluss gefangen nimmt - eben ein Genuss par excellence!

Susann Fleischer
12.08.2013

 
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Das Buch:

Carla Federico:
Die Rosen von Montevideo

Bild: Buchcover Carla Federico, Die Rosen von Montevideo

München: Knaur Taschenbuch Verlag 2013
784 S., € 9,99
ISBN: 978-3-426-51023-0

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