Romane

Unterhaltung , die alles ist , aber ganz sicher nicht gewhnlich

Manchester, 1947: Der Zweite Weltkrieg ist seit zwei Jahren zugunsten der Alliierten entschieden worden. Polizeikommissar O'Connor hat damals an vorderster Front mitgek?mpft und seinen Mann gestanden - bis er am Kriegsende pl?tzlich Zeuge eines schrecklichen Ereignisses wird, das ihn tief in seiner Seele ersch?ttert und ihn auch in der Nachkriegszeit den Schlaf raubt. Zu seinem eigenen Schutz hat er sich einen dicken Panzer angeschafft, durch den er sich vor den anderen gesch?tzt f?hlt und der keinerlei emotionale Regung zul?sst. F?r ihn gibt es fortan nur noch eine Aufgabe: Den Verbrechern den Garaus machen und das B?se in seine Schranken zu weisen. Nicht umsonst hat er einst den Beinamen "Bluthund von Manchester" bekommen.

Seine Gegner bekommen zittrige Knie, sobald O'Connor in der N?he ist und seine untr?gliche Sp?rnase in den Wind h?lt. Doch eines Tages geschieht etwas Unerwartetes: O'Connors Mauer wird eingerissen - und zwar ausgerechnet von einem jener Verbrecher und der eigenen Ehefrau. O'Connors Herz wird ?berschwemmt von sch?nen Gef?hlen und der Polizeikommissar findet endlich wieder zu sich selbst zur?ck. Wie fr?her ist er pl?tzlich wieder leidenschaftlich, sensibel und voller Lebenslust. Kurzum: ein Mensch, dem die Welt zu F??en liegt und der mit seinen 34 Jahren noch viel zu jung ist, um mit dem Leben abzuschlie?en. Doch trotz all des Gl?cks, das O'Connor widerf?hrt, warten auch H?rden auf den jungen Mann. Von denen l?sst er sich allerdings nicht aus dem Konzept oder von seinem Ziel abbringen.

Jede "Stolperstelle", jeder Mensch, dem er begegnet, macht O'Connors Leben noch bunter und aufregender - einfach lebenswerter -, sodass der Polizeikommissar schon bald jede Herausforderung m?helos aus dem Weg r?umt. Den nach Gutsherrenart agierenden Vorgesetzten zu Fall bringen? Gern! Einen gefallenen Engel aus der Finsternis befreien? Nat?rlich! Eine Schutzvereinigung f?r Menschen ohne Lobby gr?nden? Er nennt sie "Silberstreif"! So vergehen die Jahre und O'Connor w?chst mit seinen Aufgaben - bis ihn 1956 in Torquay ein scheinbar harmloses Gl?hw?rmchen, das keck vor seinem Gesicht herumschwirrt, umzuhauen droht ...

F?r ein Deb?t ist "Bill und die Gangsterbraut" ein ziemlich gelungenes Beispiel. Elke Geiselhart hat einen Roman geschrieben, der von der ersten bis zur letzten Seite absolut ?berraschend ist und der Unterhaltung schenkt, die scheinbar keinerlei Grenzen kennt. Bei der Lekt?re bekommt man viel Gef?hl sowie eine Extraportion Nervenkitzel geboten, sodass dieses Vergn?gen ?ber gutgemachte Literatur hinausgeht - und zwar im besten Sinne. Hier trifft man die unterschiedlichsten Menschen und lacht und weint mit ihnen, denn dieses Buch ist eher ein interessantes Erlebnis, denn ein rein fiktionales Werk. Am Schluss kann man nicht glauben, dass man eigentlich daheim auf der gem?tlichen Couch sitzt und nicht neben O'Connor durch die Stra?en von Manchester l?uft. Schade eigentlich!

Anja Rosenthal
11.03.2013

 
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Das Buch:

Elke Geiselhart: Bill und die Gangsterbraut

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Frankfurt am Main: public book media Verlag 2012
500 S., 24,80
ISBN: 978-3-86369-116-5

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