Romane

Frauenroman ohne rosarote Zuckerglasur

Freundinnen zwischen 20 und 30, die um Jobs, Männer und manchmal auch um ihre Freundschaft kämpfen müssen und in der pulsierenden Metropole New York leben – das klingt fast so ein bisschen wie eine Neuauflage von Candace Bushnells "Sex and the City". Ist es aber nicht. Jennifer Close, selbst gerade der Altersgruppe der "Twentysomethings" entkommen und frisch verheiratet, hat mit ihrem Debüt einen Roman für Frauen und über Frauen geschrieben, der sich jedoch eindeutig von dem abgrenzt, was im englischsprachigen Raum als "Chicklit" bezeichnet wird. 

"Mädchen in Weiß" suggeriert sowohl im Titel als auch auf dem Cover, dass es vornehmlich um Hochzeiten geht: Brautjungfern, feucht-fröhliche Feste und das obligatorische Werfen des Brautstraußes. Die Hochzeiten, die Isabella, Lauren, Mary und ihre Freundinnen besuchen, sind jedoch nicht viel mehr als die Hintergrundhandlung von "Mädchen in Weiß". Vordergründig geht es um Freundinnen, die Anfang 20 mit einem College-Abschluss in der Tasche in das wahre Leben starten wollen – mit all den Illusionen, die man als Twen vom selbstbestimmten und unabhängigen Leben hat. 

Die jungen Frauen teilen sich hier und da eine Wohnung, reisen quer durchs Land, um auf Hochzeiten zu gehen und alte Freunde zu treffen, gehen zu Verabredungen mit Männern, die sich noch nicht einmal ihren Namen merken können, oder kündigen eine akzeptable Stelle mit gutem Gehalt, um sich den Traum von der Arbeit in einem Verlag zu erfüllen, auch wenn man dafür wieder ganz unten anfangen muss. 

"Mädchen in Weiß" ist auch deshalb kein typischer "Chicklit"-Roman, weil er als Episodenroman angelegt ist. Die einzelnen Kapitel werden zwar lose durch die immer wiederkehrende Charaktere zusammengehalten, doch könnte man sie auch als eigenständige Kurzgeschichten lesen. Was sich jedoch wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht, ist die Freundschaft, die die jungen Frauen verbindet und die zwar nicht immer frei von Schönheitsfehlern ist, aber trotzdem niemals vergeht. 

Sabine Mahnel 
18.06.2012 

 
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Das Buch:

Jennifer Close:
Mädchen in Weiß. Aus dem Amerikanischen von Isabel Bogdan

Bild: Buchcover Jennifer Close, Mädchen in weiß

Berlin: Berlin Verlag 2012
334 S., € 19,90
ISBN: 978-3-8270-1075-9

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