Romane

Die Liebe kennt keine Grenzen

Nie im Leben hätte Elisabeth Savaret sich vorstellen können, ihre Heimat Frankreich zu verlassen. Auf Geheiß von König Ludwig XIV. allerdings wird sie mit 19 weiteren Frauen nach Louisiana geschickt, um dort Indianerfrauen ihre Kenntnisse und Gottes Willen zu vermitteln. Am 19. April 1704 ist es dann soweit: Elisabeth kehrt La Rochelle den Rücken und segelt ihrer neuen Zukunft und dem Glück entgegen. In der amerikanischen Einöde wartet bereits Jean-Claude Babelon auf die Ankunft seiner Gattin in spe. Von ihr erhofft er sich viel, denn schon lange fehlt ihm eine gute Frau an seiner Seite. Elisabeths Bedenken verfliegen, als sie Jean-Claude erstmals gegenübersteht.

Sie entbrennt in leidenschaftlicher Liebe zu dem Militär und stürzt sich mit voller Begeisterung in ihre Pflichten als Ehe- und Hausfrau, während ihr Geliebter zu den Indianerstämmen reist, um Bündnisse zu schließen und die lebenswichtige Versorgung der Siedlungen mit Lebensmitteln zu sichern. Obwohl sich Elisabeth oftmals einsam fühlt, verliert sie nie ihren Mut. Sie nimmt sich einer jungen Indianerin an und zeigt ihr alles, was man über Haushaltsführung wissen muss - mit fatalen Folgen: Elisabeth erleidet eine Fehlgeburt und Jean-Claude wendet seine volle Aufmerksamkeit der exotischen Schönheit zu, statt sich um die Belange seiner Frau zu kümmern.

In dieser schlimmen Zeit steht Elisabeth ein gewisser Auguste bei. Erst kürzlich ist er eine profitable Geschäftsbeziehung mit Jean-Claude eingegangen. Aber als er Elisabeth erstmals sieht, verliebt er sich Hals über Kopf in die Französin. Er steht ihr auch zur Seite, als Jean-Claude tot aufgefunden wird. Offenbar kannte er keine Skrupel und setzte mit allen Mitteln seine Ziele auf Gedeih oder Verderb durch - mit bitteren Konsequenzen für ihn und seine Familie. Elisabeth muss ihr Leben neu ordnen und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Der Gedanke, Jean-Claude für immer verloren zu haben, ist für sie schmerzvoll. Sie glaubt nicht an seinen Tod und beginnt zu kämpfen ...

In England gibt es keine so gute Autorin historischer Romane wie Clare Clark. Sie gehört zu den ganz Großen im internationalen Literaturbetrieb und machte mit viel Gefühl und Spannung die Vergangenheit wieder lebendig. Ihr Roman "Die französische Braut" ist weit mehr als kurzweilige Zerstreuung, die den Leser gefangen nimmt und bis zur letzten Seite fesselt. Hier findet das Vergnügen an einer packenden Liebesgeschichte kein so schnelles Ende. Doch das ist nur ein Grund, weshalb man dieses Juwel zur Hand nehmen sollte: In keinem Geschichtsbuch findet man so viele interessante Details über die Erstbesiedelung Louisianas so unterhaltsam verpackt wie hier. Und das Beste daran: Clare Clark lässt die Emotionen für sich sprechen - und vollführt damit ein Meisterstück der Literatur!

Susann Fleischer 
16.04.2012 

 
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Das Buch:

Clare Clark:
Die französische Braut. Aus dem Englischen von Rita Seuß, Bernhard Jendricke

Bild: Buchcover Clare Clark, Die französische Braut

München: Heyne Verlag 2012
480 S., € 8,99
ISBN: 978-3-453-43599-5

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