Romane

Iffi und die Energys verändern die Welt!

Die Gymnasiastin Iffi Klein gerät immer wieder in Schwierigkeiten und erlebt Abenteuer, weil sie ihren außergewöhnlich stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn zur Maxime ihrer Handlungen macht. Durch die Bekanntschaft mit den Energys - unsichtbaren, außerirdischen Wesen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Menschheit zu beobachten - erhält sie die Gelegenheit, die ganze Welt zu verbessern. Denn die Außerirdischen können Menschen heimlich in Augenschein nehmen und beeinflussen. Dabei entwickelt sich zwischen Iffi und dem Energy Ete eine ganz besondere Beziehung, welche für die beiden zu außergewöhnlichen Veränderungen führt. 

Bevor der Berliner Schriftsteller Günter J. Eppert belletristische Texte, wie zuletzt den Roman "Die Stimmen des Teufels", verfasste, veröffentlichte er vor allem naturwissenschaftliche Bücher und Artikel. Dieser Affinität des Autors verdankt der Leser überzeugende, wissenschaftlich wirkende Erklärungen zu den Energys und ihren Fähigkeiten. Dadurch verschafft Eppert der von ihm entworfenen außerirdischen Spezies und ihren Kräften eine größere innerfiktionale Glaubwürdigkeit.

Ansprechend hat der Autor zudem das Konzept der "Energys" selbst gestaltet, indem er eine vom menschlichen Dasein abweichende Existenzform mit einem alternativen Gesellschaftsmodell verbindet. Seine Kreation hebt sich wohltuend von bekannten Science-Fiction-Klischees von 'Aliens' ab.

Gefallen kann "Iffi und die Energys" gerade wegen einiger überraschender Wendungen der Story. Gerade am Romanende dürfen sich Leseratten auf einige dramatische Ereignisse freuen. Da ist es verzeihlich, dass der Autor zu deren Herbeiführung manchmal den Zufall bemühen muss.

Mit seiner Fabulierlust führt Günter J. Eppert seine Leser im zweiten Teil des Romans auch in exotische Gefilde. Hier überzeugen besonders die farbenprächtigen Schilderungen von Iffis Erlebnissen auf dem afrikanischen Kontinent. Der Autor spart hier, wie auch an anderen Stellen, nicht  mit Gesellschafts- oder Religionskritik und scheut dabei auch nicht davor zurück, manches heiße Eisen anzufassen. Auch wenn man sich an manchen Stellen etwas differenziertere Beurteilungen gewünscht hätte, trifft die Kritik im Kern meistens zu und regt zur Reflektion an. Iffis Reise führt sie aber auch in längst vergangene Zeiten. Hier schafft es Eppert historische Ereignisse aus längst vergangenen Zeiten lebendig werden zu lassen und erteilt seinen Lesern nebenbei auf amüsante Weise kleine Geschichtslektionen.

Günter J. Eppert hat mit "Iffi und die Energys" einen abwechslungsreichen Genre-Mix aus Science-Fiction und Fantastik erschaffen, bei dem vor allem die minutiöse wissenschaftliche Fundierung und die Gestaltung der Energys überzeugen. Gerade jugendliche Leser kann der Roman durch seine kritischen Ansätze ansprechen und nachdenklich machen. Alle Iffi-Fans dürfen sich im Übrigen darüber freuen, dass Günter J. Eppert mit "Iffi und der Planet Erde" bereits eine Fortsetzung zu "Iffi und die Energys" fertig gestellt hat.

Ingo Gatzer
23.11.2009

 
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Das Buch:

Günter J. Eppert:
Iffi und die Energys

Bild: Buchcover Günther J. Eppert, Iffi und die Energys

Frankfurt am Main: edition fischer 2005
383 S., € 19,80
ISBN: 978-3-899-50086-8

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