Romane

Ein bezauberndes Pariser Stadtmrchen , so inspirierend wie Eric-Emmanuel Schmitt , so hinreiend-scharmant wie "Die fabelhafte Welt der Amlie"

Erst verliert Arthur, ein Mann in den Dreißigern, seine Karriere, dann Freunde und Geliebte, zuletzt auch noch seinen Führerschein. Kurz darauf meldet die Buntstiftfabrik, in der er eine Anstellung gefunden hat, Konkurs an. Einziger Lichtblick seiner traurigen Existenz ist der Anblick seiner schönen, blinden Nachbarin im Haus gegenüber. Arthur sehnt sich nach einer Zukunft mit Charlotte. Doch das ist nur Wunschdenken - bis zu jenem Tag, als auf unerklärliche Weise nach und nach die Farben verschwinden. Die Welt ist schwarz-weiß geworden und stürzt schließlich in ein unvorstellbares Chaos. Autounfälle häufen sich, weil die Ampeln nicht mehr leuchten, Modeschöpfer raufen sich die Haare, Geschäfte und Restaurants bleiben leer. Einzig der Konsum von LSD steigt in die Höhe.

Arthurs Nachbarin Charlotte kennt sich als Neurowissenschaftlerin mit der Farbrezeption aus. Sie berichtet in ihrer Radiosendung von den täglichen Ereignissen und versucht, der Sache auf den Grund zu gehen. Um Charlotte näherzukommen, schenkt Arthur ihrer Tochter Louise einen Buntstift von nie gesehener Leuchtkraft. Und ein Wunder geschieht: Das Bild, das Louise damit malt, ist pink. Jeder, der es betrachtet, kann die Farbe erkennen. Plötzlich erblicken die meisten die Welt durch eine rosarote Brille, während andere nun rot sehen. Arthur will mit Louises Hilfe die Farbe zurück in sein und aller Leben bringen. Dumm nur, dass die Triade ein Riesengeschäft mit den Farben wittert. Auf Arthurs Fersen ist mit einem Mal eine Horde von Nichtsnutzen im Auftrag der chinesischen Mafia ...

Literatur zum Verlieben - während der Lektüre von Jean-Gabriel Causse´ Romanen vollführt das Herz wilde Freudenhüpfer, hoch und höher. Denn diese bedeuten Balsam für die Seele. In "Arthur und die Farben des Lebens" steckt Poesie pur und außerdem Leseglück der schönsten Sorte. Ab der ersten Seite ist einem von der Story ganz schwindelig. Was man mit diesem Debüt in die Hände kriegt, übertrifft sogar die Erzählkunst eines Eric-Emmanuel Schmitt. Es gehört zu dem bezauberndsten seit langem. Zwischen zwei Buchdeckeln findet man berührendes Gefühlskino, das Leben für immer zu verändern vermag. Für den Leser sind die Bücher des französischen Autors das größte Glück überhaupt. Hier erfährt man Unterhaltung voller betörender Emotionen und noch mehr origineller Überraschungen. Seufz!

Dank Jean-Gabriel Causse und seiner Geschichten sieht die Welt nicht mehr so trist und grau aus. Nur wenige Sätze von "Arthur und die Farben des Lebens" und das Leben ist um einiges bunter. Solch ein Herrlich-amüsantes Leseerlebnis ist von großer Seltenheit. Mit diesem macht uns der Schriftsteller ein ganz besonderes Geschenk. Vor lauter Lesespaß und -begeisterung fühlt man sich so beschwipst, als hätte man mehrere Gläser Champagner auf ex getrunken. Definitiv das beste Antidepressivum im Bücherregal!

Susann Fleischer
09.04.2018

 
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Das Buch:

Jean-Gabriel Causse: Arthur und die Farben des Lebens. Aus dem Franzsischen von Nathalie Lemmens

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Mnchen: C. Bertelsmann Verlag 2018
288 S., 20,00
ISBN: 978-3-570-10346-3

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