Romane

Eine Geschichte von großer emotionaler Wucht

Nach außen scheint es, als habe Madeleine das große Los gezogen. Sie ist mit einem erfolgreichen Geschäftsmann verheiratet, hat ein schönes Zuhause in Chicago und keine finanziellen Sorgen. Dennoch ist sie nicht glücklich: Wie schon ihre Mutter und ihre Großmutter ist sie gefangen in einem Leben, das aus gesellschaftlichen Verpflichtungen besteht; die eigenen Träume sind auf der Strecke geblieben. Eigentlich wollte Madeleine eines Tages als Malerin berühmt werden. Doch die Eltern drängten sie zu einem Marketingstudium. Nach ihrer Heirat mit Phillip gab sie ihren Beruf auf und kümmerte sich fortan nur noch um die Bedürfnisse ihres Gatten. Madeleine will mehr, weiß aber keinen anderen Ausweg als die Flucht anzutreten. Sie fährt zu ihrer Mutter. Dieser Besuch verändert alles.

Als Madeleine eines Tages auf dem Dachboden ihres Elternhauses die Tagebücher ihrer Großmutter entdeckt, erfährt sie Unglaubliches: Die strenge, stets auf Etikette bedachte Margie war einst eine lebenslustige junge Frau, die der Enge des Elternhauses nach Europa ins wilde Paris der goldenen 1920er Jahre entfloh, um frei und unabhängig als Schriftstellerin zu leben. Dort verliebte sie sich in Sébastien, ein charismatischer junger Künstler. Gemeinsam verbrachten sie einen unbeschwerten Sommer in der Pariser Boheme, bis das süße Leben ein tragisches Ende fand. Was ist damals geschehen? Madeleine offenbart sich so manch dunkles Geheimnis. Und sie beginnt zu erkennen, dass sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen muss. Aber sie hat Angst vor der Einsamkeit ...

Ein Lesevergnügen voller Leidenschaft, Spannung und funkelnder Schönheit - die Romane von Eleanor Brown machen nicht nur ganz glücklich. Bei deren Lektüre wird einem regelrecht schwindelig vor lauter Lesebegeisterung. "Die Lichter von Paris" rührt Frauen und Männer gleichermaßen zu Tränen. Die Story zeugt von großen Gefühlen im Übermaß. Die US-amerikanische Autorin steckt in einen Satz mehr Emotionen als so manch andere ihrer Schriftstellerkolleginnen in ein ganzes Buch. Sie sorgt für Unterhaltung, in die man sich Hals über Kopf verlieben muss. Hier vollführt das Herz wilde Freudenhüpfer. Und zugleich droht es einem nach nur wenigen Sätzen zu brechen. Brown beweist nach "Die Shakespeare-Schwestern" erneut: Sie ist einer Meisterin ihrer Zunft, ein Ausnahmetalent.

Eleanor Brown beherrscht die Erzählkunst einer Lucinda Riley. Die Geschichten aus ihrer Feder gehören zu den schönsten und glücklichsten Leseerlebnissen, die man in die Hände bekommen kann. "Die Lichter von Paris" ist ein Juwel der Literatur. Hier drin steckt Leseglück pur. Und außerdem ganz großes Gefühlskino bis zur letzten Seite. Seufz!

Susann Fleischer
23.10.2017

 
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Das Buch:

Eleanor Brown: Die Lichter von Paris. Aus dem Amerikanischen von Christel Dormagen und Brigitte Heinrich

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Berlin: Insel Verlag 2017
387 S., € 14,95
ISBN: 978-3-458-36304-0

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