Krimis & Thriller

Thrillerliteratur, die so gut ist, dass es einen glatt umhaut

Bei schönstem Londoner Ausflugswetter unternehmen die kleine Kitty und ihre Eltern eine Bootsfahrt auf der Themse. Diese nimmt allerdings ein jähes Ende, als das Mädchen in der Nähe der London Bridge einen "Wal" entdeckt. Nur wenige Minuten später wird der vermeintliche Wal als männlicher Leichnam identifiziert. Stunden später hat die Polizei einen Namen: Alexander "Sandy" Holland, Frieda Kleins ehemaliger Lebensgefährte. Noch am gleichen Tag stehen Detective Chief Inspector Sarah Hussein und Detective Constable Glen Bryant vor Friedas Tür. Die Psychotherapeutin kann kaum glauben, dass ihr Ex wirklich tot sein soll. Für sie bricht eine Welt zusammen, denn auch wenn sie und Sandy kein Paar mehr sind, wird sie ihn wohl für den Rest ihres Lebens lieben.

Friedas Trauer tritt schnell in den Hintergrund. Man verdächtigt ausgerechnet sie, den Mord begangen zu haben. Immerhin befand sich an Sandys Handgelenk ein Patientenarmband mit ihrem Namen. Ein gefundenes Fressen für viele bei der Polizei. Hat Frieda doch mehr Feinde als Freunde bei der Met. Für einige scheint nun endlich der Moment gekommen, das Problem "Frieda Klein" ein für allemal zu lösen. Die Indizien häufen sich und schon bald steht Hussein ein zweites Mal vor Friedas Tür - diesmal, um die Psychotherapeutin zwecks Befragung aufs Revier zu bringen. Dann kommt es aber anders. Frieda ergreift die Flucht. Für sie steht fest: Sie muss den wahren Täter um jeden Preis finden. Dafür begibt sich Frieda in Londons Halbwelt und bringt sich in große Gefahr.

Im Laufe ihrer Ermittlungen erfährt Frieda Dinge über ihren Expartner, von denen sie noch nicht einmal etwas geahnt hat. Offenbar fühlte sich Sandy in den Tagen vor seinem Tod verfolgt. Steckt womöglich Dean Reeve hinter dieser Tat? Nicht nur diese Frage macht Frieda zu schaffen. Wie hat Sandy nach der Trennung von ihr gelebt? Hatte er eine Lebensgefährtin, Freunde, Kollegen? Um Antworten zu bekommen, gibt sich Frieda als Babysitterin aus. Als Carla erfährt sie nach und nach von Sandys Geheimnissen. Es wäre besser gewesen, wenn diese im Verborgenen geblieben wären. Nun drängen sie ans Licht und drohen plötzlich auch Friedas Leben zu zerstören ...

Einfach nur mörderisch, mörderisch spannend - kaum die ersten Seiten eines Nicci-French-Thrillers gelesen, schnellt der Puls in gefährliche Höhe und man kommt in akute Atemnot. In diesen steckt Nervenkitzel in geballter Form. Während der Lektüre von "Mörderischer Freitag" glaubt man, mindestens 10.000 Volt jagen einem durch den Körper. Und mehr als einmal drohen einem die Nerven in Tausend Fetzen gerissen zu werden. Das britische Autoren(ehe)paar beweist erneut, dass sie ohne jeden Zweifel zu den Besten ihres Genres gehören. Ihre Bücher dürfen auf keinem Nachttisch und in keinem Bücherregal fehlen. Sie sind Pflicht! Aus gutem Grund: Denn was man mit diesen in die Hand bekommt, stellt alles andere glatt in den Schatten. Der helle Wahnsinn! Absolut genial!

Um die Romane von Nicci French kommt kein Thrillerfan herum. Diese sind pures Dynamit. Insbesondere die Fälle für Frieda Klein haben es ordentlich in sich. In "Mörderischer Freitag" wird der Leser auf einen Trip zur Hölle und wieder zurück geschickt. Hier findet man zwischen zwei Buchdeckeln so viel fesselnde Unterhaltung wie höchstens noch bei einer Joy Fielding oder einem James Patterson.

Susann Fleischer
07.12.2015

 
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Das Buch:

Nicci French:
Mörderischer Freitag. Thriller. Aus dem Englischen von Birgit Moosmüller

Bild: Buchcover Nicci French, Mörderischer Freitag

München: C. Bertelsmann Verlag 2015
416 S., € 14,99
ISBN: 978-3-570-10231-2

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