Krimis & Thriller

Thrillerkost vom Feinsten

Herbst 1994: Ein Jahr nach dem offiziellen Ende des Nordirland-Konfliktes versucht Kriegsreporterin Sinead McKeown ein ganz normales Leben zu führen. Sie ist glücklich verliebt und mit ihrem ersten Kind schwanger. Doch dann bricht eine Katastrophe über sie herein: Ein defekter Öltank explodiert und zerstört Sineads vermeintlich heile Welt. Ihr Mann stirbt und sie verliert ihr Baby. Das Schlimmste an der ganzen Sache ist aber, dass die Polizei glaubt, sie habe den "Unfall" verursacht. Sinead wird verdächtigt, für die IRA zu arbeiten, und sie muss fliehen. Nur eins nimmt sie mit: eine kleine merkwürdige Phiole, die sie in den Trümmern ihres Hauses entdeckt hat. Mit dieser im Gepäck geht es in die Niederlande, und von da nach Frankreich.

In Paris macht sich Sinead auf die Suche nach Beweisen für ihre Unschuld. Doch diese Suche findet schon bald ein jähes Ende, als sie von Hauptkommissar Raphael Zeck verhaftet wird. Plötzlich muss Sinead befürchten, den Rest ihres Lebens in einem Gefängnis zu verbringen. Dann kommt allerdings alles ganz anders: Zeck glaubt Sineads Beteuerungen, dass sie mit dem Bombenanschlag nichts zu tun hat, und bietet ihr seine Hilfe an - aus nicht ganz uneigennützigen Gründen. Sinead ist offenbar mit die Einzige, die eine seltsame Todesserie aufklären kann. Wenige Tage zuvor wurde eine mit Wunden übersäte Leiche aus dem Wasser gezogen. Kurz darauf klagten die Polizisten, die mit dem Toten befasst waren, über heftige Schmerzen. Was geht bloß vor sich?

Obwohl der französische Geheimdienst in diesem Fall ermittelt, stellt Zeck eigene Nachforschungen hat. Er will um jeden Preis herausfinden, was hinter dieser Sache steckt, und bringt sich sowie Sinead bei seinen Recherchen in tödliche Gefahr. Ihr Gegner will nicht gefunden werden und lässt nichts unversucht, die beiden in ihrem Treiben aufzuhalten. Doch Sinead hat keine Angst. Sie dürstet nach Rache. Sie will den Mörder ihres Mannes für das büßen lassen, was er ihr angetan hat - und geht notfalls dafür sogar an einen Ort, der dem tiefsten Wahnsinn der Menschheit entspringt. Dorthin, wo die Tränen nie aufhören zu fließen und eine schreckliche Wahrheit auf sie wartet ...

Mörderische Spannung, die alles andere glatt in den Schatten stellt - für die Lektüre der Romane von Jérôme Delafosse bräuchte man eigentlich einen Waffenschein. "Schwarze Tränen" jedenfalls ist ein Thriller par excellence und außerdem ein Genuss ohnegleichen. Und nicht nur das: Der Franzose ist ein verdammt guter Autor, dessen Bücher direkt dem Vorhof der Hölle zu entstammen scheinen. Hier ist der Gänsehautfaktor besonders hoch. Nach nur wenigen Seiten tritt einem der Angstschweiß auf der Stirn und einem laufen heiß-kalte Schauer den Rücken rauf und runter. Kein Wunder, dass an Schlaf nicht mehr zu denken ist, sobald man zu lesen begonnen hat. Die Story ist wie pures Dynamit und vermag es, einen bis zum Schluss zu fesseln.

Jérôme Delafosse kennt mit seinen Lesern keine Gnade. Sein Thriller "Schwarze Tränen" bedeutet Nervenkitzel auf jeder Buchseite. Hier muss jederzeit mit einem Herzinfarkt gerechnet werden, denn der französische Autor schreibt atemberaubende Romane. Deshalb Vorsicht: Bei der Lektüre riskiert man Leib und Leben!

Susann Fleischer
19.05.2014

 
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Das Buch:

Jérôme Delafosse:
Schwarze Tränen. Aus dem Französischen von Bettina Runge, Eliane Hagedorn

Bild: Buchcover Jérôme Delafosse, Schwarze Tränen

München: Limes Verlag 2014
512 S., € 19,99
ISBN: 978-3-8090-2628-0

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