Krimis & Thriller

Ein neuer Fall für Kai van Harm

Kai van Harm hat es allem Anschein nach endlich geschafft: Der Debütroman des einstigen Berliner Journalisten ist ein voller Erfolg und van Harm mit einem Mal ein heißbegehrter Schriftsteller. Im berühmt-berüchtigten Neuköllner Hotel "Sterelle" soll van Harms erste Lesung stattfinden - endet allerdings in einer mittleren Katastrophe. Unter den Hunderten Gästen befinden sich nämlich nicht nur Menschen, die van Harm wohlgesonnen sind. In seiner Funktion als Kulturredakteur ist er damals so manchem Zeitgenossen auf die Füße getreten und nun soll er seine vernichtenden Rezensionen mit dem Leben bezahlen. Aber zum Glück steht van Harm sein guter Freund Bruno Zabel zur Seite. Er ist es wahres Muskelpaket und es ist beinahe unmöglich, an ihm vorbeizukommen. Aber nur beinahe.

Als Bruno mit einem Messer angegriffen und verletzt wird, begibt sich van Harm auf die Spur des Täters - und damit in tödliche Gefahr. Im ländlichen Brandenburg herrscht plötzlich Mord und Totschlag. Einmal mehr muss van Harm nun beweisen, dass er nicht ohne Grund bei den Verbrechern gefürchtet ist. Schließlich hat er bereits früher einen Mord aufgeklärt. Doch dieses Mal sieht die ganze Angelegenheit etwas anders aus, denn selbst Bruno Zabel hat kaum eine Chance, es mit dem Täter aufzunehmen. Dieser ist nicht nur schlauer als van Harm, sondern zu allem Überfluss auch noch stärker als Bruno. Am besten macht van Harm sein Testament. Oder ihm fällt rechtzeitig ein, wie er im Brandenburgischen seinem sicheren Tod noch entgehen kann ...

Bei der Lektüre von Maximo Dunckers Romanen muss man Langeweile definitiv nicht befürchten. Auch sein neuester Streich, "Mord allein macht auch nicht glücklich", lässt einer Laus auf der Leber keine Chance und ist ein amüsantes Vergnügen voller Überraschungen. Bereits nach wenigen Seiten ereilt den Leser ein Lachanfall nach dem nächsten, denn dieses Buch scheint mit Humor getränkt worden zu sein - ebenso mit mörderischer Spannung. Der deutsche Autor sorgt für ein Vergnügen, das herrlich ist, einfach herrlich schräg und außerdem wunderbar turbulent. Kein Wunder, dass man von solch einem Genuss partout nicht genug bekommen kann. Hier findet man nämlich unschlagbaren Wortwitz gepaart mit einer Extraportion Charme und angenehmem Kitzel.

Ein Krimi, der alles ist, aber ganz gewiss nicht nullachtfünfzehn - mit "Mord allein macht auch nicht glücklich" gelingt Maximo Duncker großartiger (Lese-)Spaß über viele, viele Stunden. Die Krimis des deutschen Autors bedeuten erstklassige Unterhaltung mit absoluter Gute-Laune-Garantie. Wer Rita Falks Kommissar Franz Eberhofer mag, wird auch Kai van Harm ins Herz schließen.

Susann Fleischer
25.11.2013

 
Diese Rezension bookmarken:

Das Buch:

Maximo Duncker:
Mord allein macht auch nicht glücklich. Ein Provinzkrimi

Bild: Buchcover Maximo Duncker, Mord allein macht auch nicht glücklich

München: Blanvalet Verlag 2013
288 S., € 8,99
ISBN: 978-3-442-38205-7

Diesen Titel

Logo von Amazon.de: Diesen Titel können Sie über diesen Link bei Amazon bestellen.