Krimis & Thriller

Ein virtuoses Remake von Hitchcocks Klassiker "Das Fenster zum Hof"

Thomas Kilbride geht selten vor die Haustür. Und wenn doch, dann meistens nur, wenn er seine Psychiaterin aufsucht. Seit seiner frühesten Kindheit leidet der mittlerweile 35-Jährige an Schizophrenie, die sein Leben immer mehr zu zerstören droht. Er meidet die Öffentlichkeit und verkriecht sich Tag und Nacht in seinem Zimmer. Dort studiert er jede einzelne Minute die Umrisse aller Länder der Erde und malt Stadtpläne aus dem Gedächtnis - alles in dem Glauben, dass die CIA in nächster Zukunft seine Hilfe brauchen wird. Thomas ist sich gewiss, dass Terroristen mit einem Computervirus alle Rechner lahmzulegen gedenken und dann sein Rat gebraucht wird. Mit dem Ex-Präsidenten Bill Clinton steht er im engen Kontakt und berichtet ihm haarklein jeden einzelnen Fortschritt.

Doch plötzlich tauchen erste Probleme auf: Nach dem tragischen Unfalltod von Thomas´ Vater kommt Ray Kilbride in den Ort, um alles Wichtige zu regeln und seinem kleinen Bruder eine wertvolle Stütze zu sein. Dieser Plan gerät allerdings ins Wanken, als Thomas eines Tages eine Ansicht aus Manhattan betrachtet und einen Mord beobachtet. Er kann es einfach nicht fassen, dass dies alles wirklich geschehen sein soll, aber ist sich sicher, dass das Computerprogramm Whirl360.com nicht lügt. Und er soll tatsächlich Recht behalten - auch wenn er davon erst einmal keine Ahnung hat. Stattdessen bittet er Ray mit bangem Herzen, sich auf die Suche nach der Frau zu machen, und hofft die ganze Zeit, dass sie noch lebt. Aber Rays Suche läuft ins Nirgendwo und ist der Grund, weshalb sich die Geschwister schon bald in großer Gefahr befinden.

Nach seiner Rückkehr von diesem abenteuerlichen Trip geschieht Ungeheuerliches: Die Aufnahme ist verschwunden und nichts deutet mehr darauf hin, dass in jener Wohnung jemals etwas geschehen ist. Das Fenster ist leer und Thomas vollkommen ratlos. Nun ist auch Ray alarmiert, denn zum ersten Mal ist auch er der festen Überzeugung, dass hier nichts stimmt. Unversehens finden sich die beiden mit einer tödlichen Verschwörung konfrontiert, die auch sie das Leben kosten könnte. Thomas und Ray schweben in Lebensgefahr, denn ihre Feinde haben sich bereits an ihre Fersen geheftet und scheuen vor nichts zurück. Schließlich ist Morden ihr Geschäft!

Linwood Barclay schreibt Thriller, die den Leser das Fürchten lehren und Gänsehaut am ganzen Körper hervorrufen - solch einer ist auch "Fenster zum Tod". Hier muss man echte Nervenstärke beweisen. Dieser Roman ist pures Adrenalin und treibt einem den Angstschweiß auf die Stirn. So muss Nervenkitzel sein - einfach höllisch gut und packend bis zur letzten Seite. Alfred Hitchcock würde das Buch mit einem Happs verschlingen - und zwar aus gutem Grund: Dieses Vergnügen ist von einem Kaliber, für das man glatt einen Mord begehen könnte. Die Werke des kanadischen Autors bieten dem Leser einen Genuss, der das Herz zum Rasen bringt und an die Substanz geht.

"Fenster zum Tod" besitzt Blockbuster-Qualitäten und verbreitet schiere Spannung, die einen atemlos macht. Linwood Barclay ist ein schlichtweg genialer Schriftsteller, dessen Bücher der absolute Hammer sind und kaum besser sein könnten - eben fesselnde Unterhaltung, die dem Leser einfach alles abverlangt. Der Kanadier ist ein würdiger Nachfolger von Alfred Hitchcock, denn er macht Horror zum Greifen nah und lässt den Leser schaudern - und das von der ersten bis zur letzten Seite!

Susann Fleischer 
10.12.2012 

 
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Das Buch:

Linwood Barclay:
Fenster zum Tod. Thriller. Aus dem Englischen von Silvia Visintini

Bild: Buchcover Linwood Barclay, Fenster zum Tod

München: Knaur Verlag 2012
592 S., € 14,99
ISBN: 978-3-426-21356-8

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