Krimis & Thriller

Ein tierisch guter Schweinekrimi zum Mitfiebern

Schweinedame Kim ist die klügste und coolste Ermittlerin Deutschlands und ist ihren Kollegen bei der Polizei immer um eine Rüssellänge voraus. Ihr Talent, Schwierigkeiten zu wittern und immer wieder dem Tod von der Schippe zu springen, ist allen bestens bekannt - genauso wie Kims Faible für Lunke. Sobald der wilde Schwarze in ihrer Nähe ist, kann Kim nicht mehr klar denken. Doch ihren Verstand braucht sie auch dieses Mal wieder, denn jemand spielt ein übles Spiel mit der schwangeren Dörthe und der Saubande. Im ersten Moment staunen die Schweine, die auf Dörthes Hof ihr Gnadenbrot erhalten, nicht schlecht: Offenbar löst die Hinrichtung eines Mannes Freudengeschrei bei den Menschen aus. Kim ist rat- und fassungslos.

Die Sau hat keine Ahnung, dass Dörthe mit anderen Schauspielern das große Finale der Passionsspiele probt. Die Aufführung der Kreuzigung Jesu lockt die Menschenmassen an und ist der Grund, weshalb sich Dörthe beinahe überschlägt vor lauter Begeisterung. Kim kann darüber nur den Kopf schütteln. Für sie steht eines felsenfest: Die Menschen sind einfach nur verrückt! Und trotzdem sieht sie es als ihre erste Pflicht an, den Mörder von Jesus-Darsteller Jan dingfest zu machen. Rein zufällig hat die Schweinedame mit ansehen müssen, wie zwei Menschen Jan auf einen Hochsitz schleppen und ihn erschießen. Die Polizei glaubt an Selbstmord und sieht keinen Handlungsbedarf - auch dann nicht, als weitere Tote im Wald auftauchen. Kim muss abermals beweisen, dass niemand vor ihr und ihrem Rüssel sicher ist.

Zu allem Überfluss taucht eine erbitterte Rivalin um Lunkes Gunst auf. Michelle scheut sich nicht davor, dem wilden Schwarzen ihre Reize vorzuführen. Kim wird das zu bunt und weist ihre Konkurrentin schon bald in die Schranken. Schließlich gilt Lunkes Liebe ihr, und nur ihr allein. Doch im Gegensatz zu Michelle ist Kim nicht gewillt, mit Lunke den Bund einzugehen - und das ausgerechnet in der „Rauschzeit“. Nun ist guter Rat teuer: Lunke wendet sich von Kim ab und gibt Michelles Avancen schließlich nach - sehr zu Kims Leidwesen. Die Sau muss erkennen, dass sie um ihr Glück kämpfen muss. Wenn sie dies nicht tut, ist alles verloren ...

Der Leser hat dank Arne Blum und seinem Krimi "Schöne Sauerei" echt Schwein, denn dieser Roman bringt gute Unterhaltung in einen langweiligen Abend. Der deutsche Autor bietet mit seinen Büchern amüsante Kurzweil voll spritzigem Humor und tierischem Spaß. Die Lektüre ist ein Vergnügen für das Herz und die Nerven und lässt den Leser über viele, viele Stunden schmunzeln. Nach "Saubande" und "Rampensau" bekommt man hier abermals den perfekten Urlaubsgenuss in die Hand. Da stellt sich große Enttäuschung ein, sobald man auf der letzten Seite angekommen ist. Doch kaum zu Ende gelesen, fängt man wieder von vorne mit dem Schmökern an. Das liegt vor allem an Kim. Die tierische Ermittlerin begeistert den Leser restlos mit ihrer sympathischen, liebenswerten Art und erobert Herzen im Sturm.

Schade, schade, schade, dass nach "Schöne Sauerei" (vorerst?) Schluss ist mit Arne Blums Schweinekrimi-Reihe, denn die Romane des deutschen Autors schenken dem Leser ein außergewöhnliches Erlebnis aus fesselnder Spannung, geistreichem Witz und wohliger Herzenswärme. Dass dieses Vergnügen nun ein Ende haben soll, ist mehr als traurig.

Susann Fleischer 
23.07.2012 

 
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Das Buch:

Arne Blum:
Schöne Sauerei. Ein Schweinekrimi

Bild: Buchcover Arne Blum, Schöne Sauerei. Ein Schweinekrimi

München: Limes Verlag 2012
320 S., € 17,99
ISBN: 978-3-8090-2614-3

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